Parallel zum G7-Gipfel in Kanada treffen sich am Dienstag in Astana, der Haupstadt Kasachstans, die Staats- und Regierungschefs von zentralasiatischen Ländern mit Chinas Präsidenten Xi Jinping. Wie das Nachrichtenportal Bloomberg berichtet, sei Xi dafür am Montag zu seiner erst dritten Auslandsreise des Jahres angereist.
Beteiligt an dem China-Zentralasien-Treffen am Dienstag sind außerdem Politiker aus Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. Zuvor soll Xi am Montag mit dem kasachischen Staatschef Kassym-Jomart Tokajew zusammenkommen. Tokajew, der seit dem Jahr 2019 Präsident von Kasachstan ist, spricht Mandarin und war früher als Diplomat in China tätig.
Die Region, in der riesige Uran- und Erdölvorkommen sowie Metalle der Seltenen Erden lagern und die Überlandrouten für Exporte nach Europa bietet, hat für China zuletzt an Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig verliert Russland, das in einen über dreijährigen Krieg gegen die Ukraine verwickelt ist, derzeit an Einfluss auf die ehemaligen Sowjetrepubliken in der Region.
China will Einfluss in der Region ausbauen
Ein Hauptziel Xis in Kasachstan ist laut Kate Mallinson, Partnerin bei PRISM Strategic Intelligence, ein Unternehmen für Strategische Markt-Analysen, die „Zukunftssicherung“ der chinesischen Wirtschaft im Falle eines möglichen Bruchs mit den USA. „China ist aus den letzten drei Jahren in Zentralasien deutlich gestärkt hervorgegangen“, sagte sie gegenüber Bloomberg. „Nachdem China die Versuche des Westens beobachtet hat, seinen wirtschaftlichen Einfluss zu nutzen, um Russland seit 2022 zu isolieren, unternimmt es weiterhin Anstrengungen, seine Wirtschaft und seine Lieferketten gegen eine künftige Konfrontation mit den USA abzusichern.“
Kasachstan hat für China zudem eine besondere historische Bedeutung. Am 7. September 2013 hatte Xi in Astana die „Belt and Road Initiative“ (BRI), die sogenannte Neue Seidenstraße verkündet. Im Rahmen dieses Großprojekts investiert China in Infrastrukturprojekte auf dem Landweg. Auch sollen Handelsrouten zur See, etwa durch verstärkte Investitionen in Häfen, aufgebaut werden – diese Idee für eine „maritime Seidenstraße“ verkündete China einige Wochen später.
China versucht schon länger einer von den USA geführten Weltordnung entgegenzuwirken, teilweise indem es seine Beziehungen zu Ländern des globalen Südens zu vertiefen sucht. In den letzten Monaten hat Xi dazu an Gipfeltreffen mit regionalen Blöcken teilgenommen und Treffen mit Ländern aus Lateinamerika und Afrika genutzt, um auf engere Beziehungen zu drängen.
China ist zudem Gründungsmitglied der Brics-Staatengruppe, der auch Kasachstan und Usbekistan als Partner angehören. Die Gruppe, die einen Gegenpol zur von westlichen Ländern dominierten G7-Gruppe verstanden werden kann, zieht inzwischen eine gemeinsame Währung in Erwägung und wird sich im Juli wieder treffen.
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