Die AfD hat ihre Spitzenposition in der bundesweiten Sonntagsfrage behauptet – rund eine Woche nach ihrem Rekordsieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. In der aktuellen Umfrage des Instituts YouGov erreicht die Partei 29 Prozent und damit ein Plus von einem Punkt gegenüber August.
CDU und CSU rutschen dagegen auf 18 Prozent ab – ein historisches Tief in der YouGov-Sonntagsfrage. Auch die Haltung der Befragten zur sogenannten Brandmauer gegen die AfD hat sich verändert.
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YouGov-Umfrage im September: So stehen die Parteien bundesweit
Die YouGov-Sonntagsfrage zeigt Verschiebungen in beide Richtungen. So sehen die Werte im Vergleich zum August aus:
Aktuelle YouGov-Umfrage: So stehen die Parteien
- AfD: 29 Prozent (plus 1)
- CDU/CSU: 18 Prozent (minus 2) – historisches Tief in der YouGov-Sonntagsfrage
- Grüne: 16 Prozent (plus 1)
- SPD: 13 Prozent (plus 1)
- Linke: 10 Prozent (minus 2)
- FDP: 5 Prozent (unverändert)
- BSW: 4 Prozent (verbessert)
Der auffälligste Wert der Erhebung ist der Absturz der Union. Mit 18 Prozent erreichen CDU und CSU den niedrigsten Stand, den YouGov für sie je in seiner Sonntagsfrage gemessen hat.
Käme es am kommenden Sonntag zur Bundestagswahl, entfielen der Umfrage zufolge 18 Prozent auf CDU und CSU – zwei Punkte weniger als im Vormonat.
Brandmauer zur AfD bröckelt: 51 Prozent gegen einen Ausschluss
Deutlicher als bei den reinen Parteiwerten hat sich laut YouGov die Haltung zur sogenannten Brandmauer verschoben. Inzwischen sagen 51 Prozent, andere Parteien sollten eine Kooperation mit der AfD nicht von vornherein ausschließen. Im August waren es noch 44 Prozent.
Für einen kategorischen Ausschluss plädieren dagegen 40 Prozent – nach 46 Prozent im Vormonat.
Hintergrund: Rekordsieg der AfD in Sachsen-Anhalt
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wurde die AfD nach dem vorläufigen Endergebnis mit 43,8 Prozent stärkste Kraft. Laut tagesschau.de ist das ihr bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl überhaupt und mehr als eine Verdopplung gegenüber 2021.
Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze kam mit 17,2 Prozent auf Platz zwei – ihrem schwächsten Landtagswahlergebnis in Sachsen-Anhalt. Die FDP verpasste mit 2,6 Prozent den Wiedereinzug, das BSW schaffte ihn mit 5,3 Prozent erstmals.
Für eine eigene Mehrheit reicht das der AfD allerdings nicht. CDU, SPD, Grüne und Linke lehnten eine Zusammenarbeit ab; offen für Gespräche zeigte sich nur das BSW.
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hatte stets erklärt, am liebsten allein regieren zu wollen. Zu Kompromissen zeigte er sich nach der Wahl nicht bereit. „Im Notfall wird es halt Neuwahlen geben“, sagte er im ZDF. Das BSW signalisierte dagegen Gesprächsbereitschaft. Spitzenkandidat Thomas Schulze sagte: „Wir haben gesagt, wir sprechen mit allen Parteien. Dazu gehört die AfD.“
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