ZDF-„Politbarometer“

AfD gewinnt weiter an Zustimmung, Vertrauen in Reformen der Regierung sinkt

Die schwarz-rote Koalition kündigt ein Reformpaket bis zum Sommer an. Doch nur eine Minderheit der Bürger glaubt daran, dass die Vorhaben rechtzeitig kommen.

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Nur wenige der Befragten haen Vertrauen in die Reformen der Bundesregierung.

Nur wenige der Befragten haen Vertrauen in die Reformen der Bundesregierung.

© dts Nachrichtenagentur/imago

Eine Mehrheit der Deutschen zweifelt daran, dass die Bundesregierung ihre angekündigten Reformen bei Steuern, Arbeitsmarkt und Rente bis zum Sommer vorlegen wird. Wie aus dem aktuellen ZDF-„Politbarometer“ hervorgeht, rechnen 31 Prozent der Befragten mit einer fristgerechten Vorlage, 66 Prozent erwarten dies nicht. Ende Mai hatten noch 75 Prozent Zweifel geäußert. Die entscheidende Sitzung des Koalitionsausschusses ist für den 30. Juni angesetzt, kurz vor der parlamentarischen Sommerpause. 

Auch in Bezug auf die Sozialversicherungen ist die Skepsis groß: Nur 24 Prozent gehen davon aus, dass die Regierung einen wichtigen Beitrag zur Lösung der finanziellen Probleme leisten wird, 74 Prozent erwarten dies nicht.

Zur Finanzierung setzen 56 Prozent vor allem auf mehr Steuermittel, 14 Prozent befürworten Leistungskürzungen, sieben Prozent höhere Beiträge. Eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre lehnen 77 Prozent ab.

Die Arbeit der Koalition bewerten 72 Prozent als eher schlecht, nur 24 Prozent als eher gut. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erhält von 27 Prozent ein gutes, von 69 Prozent ein schlechtes Zeugnis. 63 Prozent meinen, die Union stehe nicht voll hinter dem Kanzler, darunter 52 Prozent der Unionsanhänger selbst. 52 Prozent erwarten, dass die Koalition bis zur Bundestagswahl 2029 hält, 43 Prozent rechnen mit einem vorzeitigen Ende.

In der Sonntagsfrage liegt die AfD mit 27 Prozent weiter vor der Union mit 25 Prozent. Im Vergleich zum letzten Politbarometer konnte sich die AfD leicht verbessern. Die SPD verharrt weiterhin bei zwölf Prozent, die Grünen kommen auf 14 Prozent und verschlechtern sich leicht, die Linke kommt auf elf Prozent. Die FDP käme der Umfrage zufolge auf drei Prozent und würde so nicht im Bundestag vertreten sein. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) wird nicht separat aufgeführt. Schwarz-Rot hätte damit keine Mehrheit.

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