Die Zeitumstellung schenkt uns eine Stunde. Genau das macht sie tückisch, denn kaum jemand bereitet sich auf ein Geschenk vor.
Wer es trotzdem tut, schläft am Sonntag aus, statt um 5 Uhr wach zu liegen. Und fährt am Montagabend aufmerksamer über die Landstraße, wenn es dort plötzlich dunkel ist.
In der Nacht von Samstag, 24. Oktober, auf Sonntag, 25. Oktober, wird die Uhr um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Die Nacht hat dann 25 Stunden. Es gilt wieder die Mitteleuropäische Zeit, offiziell Normalzeit, umgangssprachlich Winterzeit.
Der Termin fällt in diesem Jahr auf das frühestmögliche Datum, so früh wie zuletzt 2020. Gut zwei Wochen bleiben also noch.
1. Innere Uhr schon vorher verschieben
Der Körper stellt sich nicht über Nacht um. Wer gewohnt ist, um 6 Uhr aufzuwachen, ist nach der Umstellung meist schon um 5 Uhr wach.
Dagegen hilft ein langsamer Übergang: In den Tagen vor dem Wochenende jeden Abend 10 bis 15 Minuten später ins Bett gehen und auch das Abendessen etwas nach hinten schieben. Am Sonntag ist der Sprung dann kaum noch zu spüren.
2. Uhren ohne Funksignal von Hand umstellen
Handy, Laptop und Funkwecker erledigen das von selbst. Die Uhr im Auto, am Backofen oder an der Mikrowelle dagegen bleibt stur bei der Sommerzeit.
Vergessen werden vor allem Geräte, die nur nebenbei ticken: Zeitschaltuhren für Lampen oder Aquarium und die Heizungssteuerung. Wer ein Smart Home hat, sollte zeitgesteuerte Routinen prüfen. Sonst geht das Flurlicht eine Stunde zu früh an.
3. Feste Medikamentenzeiten mit der Apotheke klären
Für Menschen, die Medikamente zu einer festen Uhrzeit nehmen, etwa Insulin oder die Pille, ist die Umstellung mehr als eine Formsache. Bei vielen Präparaten ist eine Stunde Verschiebung unproblematisch, bei manchen nicht.
Eine kurze Rückfrage in der Apotheke oder beim Hausarzt klärt, ob man auf einen Schlag oder schrittweise umstellt.
4. Hund, Katze und Kinder in kleinen Schritten umgewöhnen
Haustiere kennen keine Sommerzeit, nur ihre Fütterungszeit. Wer am Sonntag eine Stunde später füttert, wird das lautstark gemeldet bekommen.
Einfacher ist es, Futter- und Gassizeiten schon in der Woche davor täglich um etwa zehn Minuten zu verschieben. Bei Babys und Kleinkindern funktioniert das mit der Schlafenszeit genauso.
5. Autofahrer: Licht prüfen, Wildwechsel einplanen
Die eigentliche Gefahr lauert nicht im Schlafzimmer, sondern auf der Landstraße. Mit der Winterzeit fällt der Berufsverkehr wieder in die Dämmerung, also in die Zeit, in der Rehe und Wildschweine Straßen kreuzen. Davor warnen der ADAC und der Deutsche Jagdverband vor jeder Zeitumstellung.
Das Risiko betrifft auch den Feierabend. Laut Landesjagdverband Baden-Württemberg beginnt die Dämmerung in der Winterzeit schon gegen 17 Uhr. In Berlin ist die Sonne am Tag der Zeitumstellung um 16.50 Uhr weg.
Wie groß das Problem ist, zeigt eine Zahl des Versichererverbands GDV: Im Jahr 2022 gab es in Deutschland rund 265.000 Wildunfälle. Wer jetzt Scheinwerfer und Fahrradlicht prüft und an Wald- und Feldrändern vom Gas geht, senkt sein Risiko spürbar.
Achtung bei Reisen in die Türkei
Mit der Winterzeit tritt an den Flughäfen der Winterflugplan in Kraft. Wer in die Türkei fliegt, sollte nachrechnen: Dort wird die Uhr nicht mehr umgestellt. Ab dem 25. Oktober liegt die Türkei deshalb zwei Stunden vor Deutschland statt einer.
Wird die Zeitumstellung abgeschafft?
Nicht so bald. Das EU-Parlament votierte schon 2019 für ein Ende der Umstellung, seitdem hängt das Vorhaben fest. Die EU-Kommission hat im Februar eine Studie zum Thema in Auftrag gegeben, Ergebnisse sollen bis Ende 2026 vorliegen.
Bis dahin heißt es weiter zweimal im Jahr: Uhr umstellen. Die nächste Umstellung auf Winterzeit kommt am 31. Oktober 2027, so spät wie möglich.
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