Rund 2,8 Millionen Mal haben Nutzer in Deutschland im Oktober des vergangenen Jahres bei Google nach Begriffen rund um die Zeitumstellung gesucht. Allein auf den Suchbegriff „Zeitumstellung“ entfielen etwa 2,24 Millionen Anfragen – fast dreißigmal mehr als in einem durchschnittlichen Monat. Hinzu kamen 301.000 Suchanfragen zu „Uhr umstellen“ und 90.500 zu „Winterzeit“. Das geht aus einer Analyse der Uhrenplattform Wristler hervor, die das Google-Suchverhalten in 16 europäischen Ländern ausgewertet hat. In der Nacht zum Sonntag, den 26. Oktober, werden die Uhren von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt.
Im europäischen Vergleich belegt Deutschland mit 3314 Suchanfragen je 100.000 Einwohner den fünften Platz. An der Spitze steht Italien mit 4754 Anfragen, gefolgt von den Niederlanden und Finnland. Österreich landet mit 2845 Anfragen auf Rang neun.
Bemerkenswert ist der zeitliche Verlauf: In den beiden Umstellungsmonaten März und Oktober liegt das Suchvolumen in Deutschland 23,6-mal so hoch wie im Rest des Jahres. Nur in Finnland und Italien fällt dieser Anstieg noch stärker aus.
Saarland sucht dreimal so oft wie Sachsen
Innerhalb Deutschlands zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. Das größte Interesse am Suchbegriff „Uhr umstellen“ verzeichnet das Saarland, gefolgt von Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Am wenigsten gegoogelt wird in Sachsen und Berlin. Zwischen dem Saarland und der Hauptstadt liegt der Faktor drei.
Auch die politische Debatte um die Zeitumstellung schlägt sich im Suchverhalten nieder. Der Begriff „Zeitumstellung abschaffen“ wurde im Oktober 12.100 Mal eingegeben – rund zehnmal häufiger als in einem durchschnittlichen Monat. Deutlich weniger gefragt war dagegen die Variante „Zeitumstellung abgeschafft“, die mit 1900 Anfragen sogar unter dem Normalniveau blieb.
Timo Klinge, CEO von Wristler, verweist auf die technische Komponente: „Manche Uhren sind so raffiniert, dass sie Schaltjahre berücksichtigen und das Datum bis 2100 richtig anzeigen. Aber Sommer- und Winterzeit sind in kein Uhrwerk eingebaut: Das ist eine Vereinbarung zwischen Menschen, keine Physik.“ Selbst die präziseste mechanische Uhr sei zweimal im Jahr darauf angewiesen, dass ihre Besitzerin oder ihr Besitzer die Zeiger von Hand nachstelle.
Bundeswehr: Ostdeutsche oft Soldaten, selten Generäle
Krawalle in Frankreich: In Deutschland frisst das Wohnen noch mehr Menschen das Einkommen weg
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]