Zimmer verliert eine Wette

Christine Richter
3 Min

Vor knapp einem Jahr hat der CDU-Fraktionsvorsitzende Nicolas Zimmer mit dem CDU-Kreisvorsitzenden aus Tempelhof-Schöneberg, Dieter Hapel, eine Wette abgeschlossen. Zimmer war sich nämlich sicher, dass Hapel das Rauchen nicht aufgeben würde. Doch der 52-Jährige, der auch Bildungsstadtrat im Bezirk ist, geht mit gutem Beispiel voran. "Seit elf Monaten rauche ich nicht mehr", erzählte er am Dienstag beim CDU-Neujahrsempfang. Die Wettschulden habe Zimmer aber immer noch nicht bezahlt. Wie hoch war der Einsatz? Hapel: "Es ging um eine Kiste Sekt, Rotkäppchen."----Die FDP-Fraktion besuchte kürzlich das Naturkundemuseum, bei dem Rundgang entdeckte der Abgeordnete Klaus-Peter von Lüdeke einen Pelikan. Als das Museum in dieser Woche mitteilte, man suche Paten für einzelne Ausstellungsstücke, um das nötige Geld für Sanierung und Erhalt der Objekte zu sammeln, zögerte von Lüdeke nicht lange. "Ich übernehme eine Patenschaft für den Pelikan", kündigte er an. Natürlich nicht ohne Grund: Im Familienwappen der von Lüdekes taucht ein Pelikan auf. Aber der Vogel ist auch ein passendes Symbol: "Wir Politiker müssen auch immer so viel schlucken", sagte der FDP-Mann.----Kaum vorstellbar, dass der SPD-Landesvorsitzende und Stadtentwicklungssenator Peter Strieder mal mit den Berliner Grünen eine Koalition gebildet hat und die auch fortsetzen wollte. Am Dienstag reagierte er jedenfalls mit Hohn und Spott auf die Kritik der Grünen an der Anschutz-Halle. Die Grünen-Fraktion wirft Strieder vor, das Großprojekt am Ostbahnhof zu genehmigen, ohne ein Konzept für die landeseigenen Großhallen wie das Velodrom oder die Deutschlandhalle vorzulegen. "Welches Dorf wünschen sich die Grünen eigentlich?", fragte Strieder. Und: "Die Grünen sollten doch lieber mit Gänseblümchen spielen." Doch das war immer noch nicht genug. "Mit Birkenstock-Schuhen darf man die Anschutz-Halle übrigens betreten", lästerte Strieder.----Ungewohnte Rolle für den ehemaligen Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU): Er trat am Mittwochabend als Vorleser auf. Vor rund hundert Zuhörern in einer Buchhandlung in Schmargendorf trug Diepgen einige Auszüge aus seinen "Spargel-Reden" vor, die kürzlich als Buch erschienen sind. Die ironischen Anmerkungen zum Beharrungsvermögen der Bonner treffen heute immer noch zu, wenn man sich die Reaktionen auf den geplanten Umzug des Bundeskriminalamtes nach Berlin ansieht. Der Leseabend ging schließlich in eine Signierstunde über, denn 38 Berliner wollten ihr Buch nur mit Diepgens Unterschrift nach Hause tragen.----Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte am Mittwoch einen schönen Tag: Mittags traf er sich mit dem Schauspieler Matt Damon, der derzeit in Berlin einen Film dreht. Am Nachmittag bestimmte Wowereit dann die Nachrichten und Radiosendungen, nachdem er mitgeteilt hatte, Berlin müsse im Grundgesetz verankert werden, und abends ging es nach Baden-Baden. Dort wurde der Medienpreis an UN-Generalsekretär Kofi Annan verliehen, Wowereit schritt mit dem Top-Model Nadja Auermann über den roten Teppich und schaute ihr anschließend tief ins Dekolletee. "Der Regierende genießt eben das Leben", hieß es in der rot-roten Koalition.

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