Geopolitik

90-tägige Zollpause: So begründet Trump seine Kehrtwende

Nach wochenlanger Eskalation im Handelsstreit rudert Donald Trump plötzlich zurück. Er spricht vom „Übergang zur Großartigkeit“ und dem „größten Tag der Finanzgeschichte“.

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US-Präsident Donald Trump im Oval Office des Weißen Hauses

US-Präsident Donald Trump im Oval Office des Weißen Hauses

© Saul Loeb/AFP

US-Präsident Donald Trump hat seine Kehrtwende bei den internationalen Zöllen mit der Nervosität der anderen begründet. Die „Leute“ seien etwas unruhig und „ein bisschen ängstlich“ geworden, sagte Trump bei einer Veranstaltung vor dem Weißen Haus auf die Frage nach seinen Beweggründen für den jüngsten Kurswechsel in der Handelspolitik. „Man muss flexibel sein.“

Ein Reporter hatte Trump gefragt, ob die Zollpause auf dem Rückgang am Anleihemarkt beruht. Der Präsident sagte daraufhin, er habe den Anleihemarkt beobachtet und er sei „wunderschön“. „Ich habe gestern Abend gesehen, dass den Leuten etwas mulmig wurde“, so Trump weiter. Nach seinen Ankündigungen schossen die US-Börsen wieder nach oben. Laut dem US-Präsidenten war es „der größte Tag in der Finanzgeschichte“.  Zu den vorherigen Turbulenzen an den Finanzmärkten infolge seiner Zollpolitik sagte Trump, es handele sich um eine Übergangszeit. „Es ist ein Übergang zur Großartigkeit.“

Trump argumentierte auch: „Der große Schritt ist nicht das, was ich heute gemacht habe.“ Der große Schritt sei es gewesen, die Zölle überhaupt erst einzuführen, um die Ungleichheiten im Handel mit vielen anderen Ländern anzugehen. „Das erfordert Mut“, sagten er und US-Finanzminister Scott Bessent.

Weißes Haus: Mehr als 75 Länder wollen mit den USA verhandeln

Der Präsident hatte zuvor erklärt, es werde keine Aussetzung der Zölle geben. Angesichts großer Turbulenzen an den Börsen und dem drohenden eskalierenden Handelskonflikt ruderte Trump dennoch am Mittwoch zurück. „Ich habe eine 90-tägige PAUSE genehmigt“, schrieb Trump am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social. In diesem Zeitraum gelte ein „erheblich reduzierter“ Zollsatz von zehn Prozent für die Handelspartner, die keine Vergeltungsmaßnahmen ergriffen haben. 

Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte, mehr als 75 Länder hätten sich an Trump gewandt, um zu verhandeln, und sie seien von der Menge der Anfragen überwältigt worden.

Trump: China will einen Deal machen

Im Zollstreit mit China zeigte sich Trump optimistisch, eine Verhandlungslösung zu finden. „China will einen Deal machen“, sagte der Republikaner, kurz nachdem er die Sonderzölle gegen das Land weiter erhöht hatte. „Sie wissen nur nicht so recht, wie sie es angehen sollen.“ Die Chinesen seien „ein stolzes Volk“ und Präsident Xi Jinping „ein stolzer Mann“, betonte Trump. Das Land werde aber „schon einen Weg finden“.

Zuvor hatte der US-Präsident die Zölle auf Importe aus China auf 125 Prozent erhöht. Er warf der chinesischen Regierung mangelnden Respekt vor, weil sie Gegenzölle auf US-Produkte in Höhe von 84 Prozent angekündigt hatte. (mit dpa)

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