Bei einem russischen Drohnenangriff im Süden der Ukraine ist am Sonntag der Passagierzug Nr. 147 auf der Strecke Schytomyr–Odessa zweimal getroffen worden. Wie die Nationalpolizei der Ukraine mitteilte, schlug zunächst eine Drohne in die Lokomotive ein.
Während Polizei und weitere Einsatzkräfte am Ort des Geschehens arbeiteten, sei ein zweiter Angriff auf denselben Zug erfolgt. Verletzte gab es nach offiziellen Angaben nicht.
Olexander Perzowskyj, der Vorstandsvorsitzende der staatlichen Eisenbahngesellschaft Ukrsalisnyzja, erklärte, das Überwachungsteam des Unternehmens habe die Gefahr rechtzeitig erkannt und die Evakuierung angeordnet. Der Zug sei daraufhin auf freier Strecke gestoppt worden. An Bord seien 593 Fahrgäste gewesen, darunter 15 Kinder. Zug- und Lokführerpersonal blieben nach seinen Angaben unverletzt.
Zweiter Angriff während der Rettungsarbeiten
Der Leiter der Gebietsverwaltung von Odessa, Oleh Kiper, bestätigte den doppelten Angriff. „Der Gegner traf den Personenzug, und nach dem ersten Einschlag, als bereits Rettungskräfte und Einsatzdienste vor Ort arbeiteten, führte er einen erneuten Angriff durch“, teilte Kiper mit.
Nach dem ersten Treffer sei die Lokomotive in Brand geraten. Während der Evakuierung habe es erneut Luftalarm gegeben, kurz darauf sei der zweite Angriff erfolgt.
Nach Angaben des staatlichen Katastrophenschutzes wurden 573 Fahrgäste vom Ort des Geschehens gebracht. Für den Weitertransport nach Odessa seien 19 Busse eingesetzt worden. Entlang der Route hätten Rettungswagen bereitgestanden. An den Arbeiten beteiligten sich laut Ukrsalisnyzja die Gebietsverwaltung von Odessa und der Katastrophenschutz.
Die ukrainische Nationalpolizei erklärte, ihre Beamten dokumentierten am Einsatzort die Folgen des Angriffs, sicherten Beweise und befragten Zeugen. Die Polizei sprach von einem Kriegsverbrechen und rief die Bevölkerung auf, Luftalarme nicht zu ignorieren und Schutzräume aufzusuchen. Vor Trümmern von Drohnen oder Raketen warnte die Behörde ausdrücklich: Auch scheinbar ungefährliche Teile könnten explodieren.
Moskau schweigt zum Angriff auf den Zug
Das russische Verteidigungsministerium äußerte sich zu dem Angriff auf den Passagierzug nicht. Es teilte lediglich mit, russische Streitkräfte hätten binnen 24 Stunden Häfen und Schiffe angegriffen, die für Lieferungen an die ukrainischen Streitkräfte genutzt würden. Im Hafen Juschnyj im Gebiet Odessa seien fünf Tanks mit Kraft- und Schmierstoffen getroffen worden.
Bereits am 13. August war nach Angaben ukrainischer Behörden ein Personenzug im Gebiet Odessa von einer Drohne getroffen worden. Damals kamen der 50-jährige Lokführer und sein 41-jähriger Assistent ums Leben.
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