Nach einem Gipfeltreffen zwischen der EU und Südkorea in Brüssel hat Nordkorea Seoul als „feindlichen Staat Nummer eins“ bezeichnet. In einer am Samstag von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung warf das nordkoreanische Außenministerium der südkoreanischen Führung einen „schweren feindseligen Akt“ und eine „offensichtliche Verletzung der Souveränität“ vor.
Hintergrund ist eine gemeinsame Erklärung, die der südkoreanische Präsident Lee Jae-myung am 10. Juni bei Gesprächen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa unterzeichnet hatte. Darin verurteilen die EU und Südkorea die militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und Nordkorea im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg als „illegal“.
Zudem werden beide Länder aufgefordert, diese Aktivitäten unverzüglich einzustellen und die einschlägigen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates einzuhalten. Nordkorea hat seit 2024 rund 15.000 Soldaten und konventionelle Waffen nach Russland geschickt, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap im April. Nach Geheimdiensteinschätzungen seien rund 6000 nordkoreanische Soldaten getötet oder verletzt worden.
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EU und Südkorea: Besorgnis über Raketenprogramme Nordkoreas
In der gemeinsamen Erklärung äußerten die EU und Südkorea zudem „große Besorgnis“ über die nuklearen und ballistischen Raketenprogramme Nordkoreas und bekräftigten ihr Eintreten für eine vollständige Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel im Einklang mit den Resolutionen des UN-Sicherheitsrates. Pjöngjang werde „niemals“ als Atomwaffenstaat im Sinne des Atomwaffensperrvertrags anerkannt.
Der Sprecher der zuständigen Abteilung des Außenministeriums in Pjöngjang erklärte laut KCNA, der südkoreanische Präsident habe „die lästige Maske des Friedens“ abgeworfen, wie Yonhap berichtet. Lee habe sich mit der Erklärung als „Komplize mit denselben Absichten wie die ukrainischen Marionettenkräfte“ erwiesen. Eine „friedliche Koexistenz“ zwischen beiden koreanischen Staaten könne es nicht geben, hieß es weiter. Nordkorea werde an seinem Grundsatz festhalten, Südkorea als feindlichen Staat zu behandeln.
Zugleich erklärten die EU-Spitzen ihre Unterstützung für die Bemühungen Südkoreas, den innerkoreanischen Dialog durch Maßnahmen zur Deeskalation und Vertrauensbildung wiederaufzunehmen. Ziel sei eine „friedliche Koexistenz“ auf der koreanischen Halbinsel. Auch eine substanzielle Verbesserung der Menschenrechtslage in Nordkorea wurde gefordert.
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