Tagsüber fallen die zwei gegenüberstehenden Masten kaum auf, obwohl sie gigantisch hoch in den Himmel ragen und in Rot gehalten sind. Mit Einbruch der Dunkelheit zeigen die Riesen an der Otto-Braun-Straße Ecke Alexanderstraße dann ihre wahre Stärke und leuchten den Kreuzungsbereich umfassend aus. „Das sind tatsächlich Straßenlaternen?“, fragt eine Frau im Vorbeigehen. Kurz bleibt sie dann stehen. „Die erinnern mich eher an Hafenkräne, wie man sie vom Hamburger Hafen kennt.“
Die markanten Masten sind nicht zufällig ausgewählt worden. Das geht aus entsprechenden Planungsunterlagen hervor. Im Zuge der Neugestaltung des Platzumfeldes in den 90ern habe man mit der Aufstellung der Riesen bewusst ein Statement moderner Stadtgestaltung setzen wollen, „ohne dabei die Ästhetik der DDR-Moderne zu vernachlässigen“. Zwischen Alexanderplatz, Haus des Reisens und Haus der Statistik unterstreicht die etwas andere Straßenbeleuchtung dieses Ziel.
Masten werden 2028 zurückgebaut
Nach Informationen des Bezirksamtes Mitte endet die Nutzungserlaubnis für die zwei übergroßen Leuchten im Jahr 2028. Dann sollen die Masten zurückgebaut werden.
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Bis dahin werden die roten Konstruktionen auch weiterhin als Orientierungspunkte in der Weite des Platzes dienen. Besonders nachts strukturieren sie den Raum und verleihen ihm ein wiedererkennbares Gesicht. Sie schlagen eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart – und machen sichtbar, dass selbst Straßenbeleuchtung Teil der Erzählung einer Stadt sein kann.
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