Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf beschlossen, um das digitale Führungszeugnis auf den Weg zu bringen. Das bislang papiergebundene Dokument soll künftig auch in digitaler Form verfügbar sein.
Bürger sollen ihr Führungszeugnis künftig online beantragen können und das Dokument dann als digitales PDF erhalten, teilte das Bundesjustizministerium mit. Nach bisherigem Stand soll die Regelung wohl nur für das einfache Führungszeugnis gelten.
BundesID soll Zugang ermöglichen
Voraussetzung für die Nutzung ist ein sogenanntes BundID-Konto. Über dieses Identitätskonto sollen Antragstellung und Bereitstellung in einem sicheren Verfahren erfolgen. Das Führungszeugnis werde aber weiterhin auch in Papierform verfügbar sein, betonte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD). Die Einführung sei ein wichtiger Schritt hin zu einer moderneren Verwaltung.
Das Führungszeugnis gibt Auskunft darüber, ob eine Person vorbestraft ist. Ist der Antragstellende nicht vorbestraft, sind nur Angaben zur Person und sonst keine weiteren Informationen aufgeführt. Das Dokument wird für verschiedene berufliche und ehrenamtliche Tätigkeiten benötigt, etwa in der Kinder- und Jugendarbeit.
Barcode für einfache Prüfung des Führungszeugnisses
Neu ist, dass das digitale Führungszeugnis zusätzlich als Barcode vorgezeigt werden kann. Dieser soll mit einer Smartphone-App von jeder Person überprüfbar sein, etwa bei einem Bewerbungsgespräch. So soll die Echtheit des Dokuments schnell und fälschungssicher überprüft werden können.
Nach Angaben des Ministeriums stellen die Behörden in Deutschland jährlich rund fünf Millionen Führungszeugnisse aus. Nach dem Personalausweis und der Geburtsurkunde ist es eines der am häufigsten nachgefragten Verwaltungsdokumente. Über den Gesetzentwurf muss nun noch der Bundestag beraten.
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