Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet für das Jahr 2025 ein preisbereinigtes Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent und liegt damit gemeinsam mit Bremen an der Spitze aller Bundesländer. Bundesweit stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lediglich um 0,2 Prozent. Das geht aus Daten des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder hervor, die das Statistische Amt in Schwerin zu Wochenbeginn veröffentlichte.
Doch bei aller Freude über die Zahlen ist Skepsis angebracht – und das räumt die Statistikbehörde selbst ein. Die den Berechnungen zugrunde liegende Datenbasis sei „noch unvollständig“, spätere Korrekturen könnten „sichtbare Abweichungen“ ergeben. Wie gravierend solche Nachkorrekturen ausfallen können, zeigte sich erst im Vorjahr: Für 2024 war zunächst ein Wachstum von 1,3 Prozent gemeldet worden. Später musste der Wert auf minus 0,3 Prozent korrigiert werden – aus einem vermeintlichen Aufschwung wurde also ein Rückgang der Wirtschaftsleistung. Das Amt verwies darauf, dass derartige Abweichungen gerade in Ländern mit vergleichsweise kleiner Wirtschaftskraft wie Mecklenburg-Vorpommern regelmäßig größer ausfallen.
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Dass das aktuelle Wachstum auch durch genau diese nachträgliche Abwärtskorrektur des Vorjahres beeinflusst wird, ist ein weiterer Aspekt, der bei der Einordnung der 1,4 Prozent berücksichtigt werden muss: Fällt das Ausgangsniveau niedriger aus als ursprünglich angenommen, erscheint ein darauf aufbauendes Wachstum rechnerisch höher.
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Schulte warnt, Lage pauschal schlechtzureden
Staatssekretär Jochen Schulte bewertete die Zahlen gleichwohl positiv. Das sei „ein starkes Signal in wirtschaftlich schwierigen Zeiten“, erklärte er. Besonders das produzierende Gewerbe habe sich mit einem Anstieg der Bruttowertschöpfung um 3,4 Prozent gut entwickelt, im verarbeitenden Gewerbe seien es sogar 7,0 Prozent gewesen – deutlich über dem Bundesdurchschnitt. „Unsere industrielle Basis gewinnt weiter an Stärke“, so Schulte. Gleichzeitig räumte er ein, dass nicht alle Branchen gleichermaßen profitierten und die Lage für viele Unternehmen angespannt bleibe. Von einer „flächendeckenden Krise“ könne jedoch keine Rede sein.
Im längerfristigen Vergleich legte das BIP in Mecklenburg-Vorpommern von 2020 bis 2025 preisbereinigt um fünf Prozent zu. Damit liegt das Land leicht über dem gesamtdeutschen Wert von 4,6 Prozent und belegt im Ländervergleich den siebten Platz. Unter den ostdeutschen Flächenländern steht Mecklenburg-Vorpommern an der Spitze, gefolgt von Brandenburg mit 4,1 Prozent, Sachsen mit 3,7 Prozent, Thüringen mit 1,0 Prozent und Sachsen-Anhalt, das mit minus 2,4 Prozent als einziges ostdeutsches Flächenland im Fünfjahreszeitraum schrumpfte.
Schulte rief zu einer sachlichen Debatte auf und warnte davor, die wirtschaftliche Lage „pauschal schlechtzureden“. Dies trage zur Verunsicherung bei und erschwere Investitionen. Viele der aktuellen Herausforderungen – von Energiepreisen über Bürokratie bis zur Nachfrage – würden auf Bundesebene entschieden. Die Unternehmen bräuchten „verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen“.
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