Die US-Luftwaffe arbeitet mit Hochdruck daran, eine vom Königshaus Katars an Präsident Donald Trump verschenkte Luxus-Boeing 747-8 rechtzeitig zum 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten am 4. Juli einsatzbereit zu machen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter und eine mit dem Programm vertraute Person. Die Maschine mit einem Listenpreis von 400 Millionen US-Dollar soll künftig Teil der Air-Force-One-Flotte werden.
Laut Reuters könnte das Flugzeug sogar bereits drei Wochen früher übergeben werden – pünktlich zu Trumps 80. Geburtstag am 14. Juni. Mit dem Umbau wurde der Rüstungskonzern L3Harris beauftragt. Eine Sprecherin der Air Force erklärte gegenüber Reuters: „Das Flugzeug ist auf Kurs, im Sommer ausgeliefert zu werden.“ Modifikation und Flugtests seien abgeschlossen, derzeit werde die Maschine lackiert.
Die New York Times hatte im September berichtet, dass die Umrüstung bis zu zwei Jahre dauern könne. Notwendig sind unter anderem Sicherheits- und Kommunikationsaufrüstungen, um Lauschangriffe zu verhindern, sowie Abwehrsysteme gegen Raketen. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, machte die Air Force keine Angaben zu den Kosten der Modifikationen – Abgeordnete hatten im vergangenen Jahr jedoch geschätzt, dass diese mehr als eine Milliarde US-Dollar betragen könnten. Die luxuriöse Innenausstattung mit übergroßen Ledersesseln, Sofas und Bücherregalen im Bibliotheksstil bleibt laut Daily Beast erhalten.
Neues Farbschema für gesamte Regierungsflotte
Die Air Force hat nach Angaben von Reuters zudem ein neues Farbschema in Rot, Weiß, Dunkelblau und Gold für ihre Regierungsflotte vorgestellt – eine von Trump lange geforderte Farbgebung, die das seit der Kennedy-Ära genutzte weiß-blaue Design ablöst.
Das Geschenk sorgt weiterhin für Kritik – auch aus den eigenen Reihen. Der republikanische Senator Rick Scott sagte laut Daily Beast zu: „Ich fliege nicht in einem katarischen Flugzeug. Sie unterstützen die Hamas.“ Senator Josh Hawley erklärte gegenüber PBS, ein in den USA gebautes Flugzeug wäre die bessere Lösung. Trump selbst wies die Kritik zurück: „Ich könnte ein dummer Mensch sein und sagen: Nein, wir wollen kein kostenloses, sehr teures Flugzeug“, zitiert ihn Daily Beast.
Das offizielle Ersatzprogramm für die Air Force One liegt laut Reuters vier Jahre hinter dem Zeitplan: Boeings Umbau zweier 747-8 zu neuen Präsidentenmaschinen wird nicht vor Mitte 2028 ausgeliefert. Damit droht Trump ohne seine neuen Maschinen vor dem Ende seiner Amtszeit im Januar 2029 dazustehen. Die Kosten des 2018 geschlossenen Festpreisvertrags über 3,9 Milliarden Dollar sind inzwischen auf über fünf Milliarden Dollar gestiegen. Trump hat laut Daily Beast angekündigt, das Flugzeug nach seiner Amtszeit in seine Präsidentenbibliothek zu überführen – als Ausstellungsstück neben einer goldenen Rolltreppe.
Trump streicht Milliarden für HIV- und Malariaprogramme – Experten warnen vor Zehntausenden Toten
„Das ist nicht Covid“: WHO warnt trotzdem vor weiteren Hantavirus-Fällen
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]