Der AfD-Politiker René Stadtkewitz ist am Sonntag zum neuen Bürgermeister von Zehdenick im Landkreis Oberhavel gewählt worden. Er erhielt nach Angaben 58,4 Prozent der Stimmen und setzte sich damit bereits im ersten Wahlgang gegen drei Mitbewerber durch. Eine Stichwahl war nicht nötig.
Stadtkewitz ist damit der erste direkt gewählte hauptamtliche Bürgermeister der AfD in Brandenburg. Auf den FDP-Kandidaten Stephan von Hundelshausen entfielen 28,6 Prozent, auf den parteilosen Wolf-Gernot Richardt 7,8 Prozent und auf Dennis Latzke von der Partei des Fortschritts 5,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,8 Prozent, das nötige Quorum wurde erreicht.
Stadtkewitz war Abgeordneter der Berliner CDU
Mit Arne Raue hatte es in Jüterbog zwar bereits einen hauptamtlichen Rathauschef mit AfD-Parteibuch in Brandenburg gegeben. Dieser war jedoch bei seinen Wahlen 2011 und 2019 als parteiloser Einzelbewerber angetreten und erst 2024 in die AfD eingetreten. 2025 wechselte er in den Bundestag.
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Der gebürtige Ost-Berliner Stadtkewitz war früher Abgeordneter der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus und brach 2010 mit den Christdemokraten. Er gründete die Partei „Die Freiheit“, deren Bundesvorsitzender er bis 2013 war. 2024 trat er der AfD bei. Im Sommer 2024 zog er nach Zehdenick und wurde Mitglied der Stadtverordnetenversammlung, wo er den Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauen leitet. Bereits 2025 hatte er sich um das Bürgermeisteramt beworben, verlor jedoch gegen den Kandidaten Alexander Kretzschmar (parteilos). Der Brandenburger Verfassungsschutz stuft die AfD als gesichert rechtsextremistisch ein. Die Partei hat dagegen geklagt.
Der parteilose Alexander Kretzschmar hatte im März 2025 die Stichwahl gegen Stadtkewitz gewonnen, sich jedoch elf Tage nach seiner Amtseinführung krankgemeldet und blieb dienstunfähig. Im Januar wurde er per Bürgerentscheid abgewählt. Zuvor waren bereits Bert Kronenberg (parteilos) und Lucas Halle (SPD) vorzeitig aus dem Amt geschieden.
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