Solidarische Landwirtschaft ist in Thüringen immer noch ein Nischenthema in der Agrarwirtschaft. Dem Thüringer Landwirtschaftsministerium sind neun Betriebe bekannt, die nach dem Konzept der solidarischen Landwirtschaft arbeiten, wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Thüringer Linke-Abgeordneten Anja Müller hervorgeht. Darunter seien Gemüse- und Obstbetriebe sowie ein Betrieb, der ökologischen Gartenbau betreibt. Nur ein Betrieb bewirtschafte mehr als einen Hektar und könne damit Anträge für Direktzahlungen stellen, hieß es.
Das Konzept der solidarischen Landwirtschaft sieht vor, dass Verbraucher den jeweiligen landwirtschaftlichen Betrieb mitfinanzieren, indem sie dessen Produkte garantiert abnehmen. Üblicherweise werden die Produktionskosten des Betriebes für ein Jahr geschätzt; die Verbraucher zahlen dann meist eine monatliche Abgabe und erhalten im Gegenzug jeweils einen Teil der Ernte – etwa in wöchentlichen Erntekisten. Damit wird auch das Risiko bei der Produktion geteilt.
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Das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft listet für den Freistaat zwölf Betriebe auf. „Die Solawi spielt in Thüringen aufgrund der geringen Anzahl der Betriebe (die Betriebe sind darüber hinaus sehr klein) nur eine untergeordnete Rolle (Nische)“, heißt es vom Landwirtschaftsministerium in seinem Antwortschreiben.
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Solawi-Betriebe sollen stärker beworben werden
Müller bezweifelt jedoch, dass dem Ministerium tatsächlich alle Solawi-Betriebe im Freistaat bekannt sind, und fordert, diese „viel stärker zu bewerben“. Durch solidarische Landwirtschaft in der Nähe würden die Menschen wieder ein stärkeres Gefühl dafür bekommen, wie wertvoll die Ackerflächen seien, sagte Müller. „Ich glaube, das ist etwas, was man mit der Koalition auch auf den Weg bringen kann – diese Form der Landwirtschaft zu stärken.“
In Thüringen stellt eine Koalition aus CDU, BSW und SPD die Landesregierung. Sie hat aber im Parlament keine eigene Mehrheit und ist bei der Verabschiedung von Gesetzen auf das Verhalten der Opposition, zum Beispiel der Linke-Fraktion, angewiesen.
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