Erstmals seit Beginn des Kriegs zwischen Israel, den USA und dem Iran haben mehrere große Supertanker gleichzeitig die Straße von Hormus verlassen. Das geht aus Schiffs- und Handelsdaten hervor, über die Reuters am Mittwoch berichtete. Insgesamt transportieren die Schiffe rund sechs Millionen Barrel Rohöl aus Kuwait, dem Irak und Katar.
Demnach verließen am Mittwoch zwei chinesische Tanker die strategisch wichtige Meerenge zwischen dem Iran und Oman. Ein weiterer Tanker unter südkoreanischer Flagge folgte. Die Schiffe hatten teils seit Ende Februar im Persischen Golf festgelegen.
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Verkehr durch die Meerenge nimmt langsam zu
Die Reuters-Meldung reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle der vergangenen Tage ein. Bereits Mitte Mai hatten Bloomberg und Reuters über einzelne erfolgreiche Durchfahrten von Öl- und Flüssiggastankern berichtet. Am 13. Mai passierte laut Bloomberg der chinesische Supertanker „Yuan Hua Hu“ die Straße von Hormus mit fast voller Ladung. Damals war von erst drei chinesischen Supertanker-Durchfahrten seit Kriegsbeginn die Rede.
Einen Tag später meldete Bloomberg, mindestens zehn größere Schiffe mit Öl, Flüssiggas oder Treibstoff hätten innerhalb weniger Tage die Meerenge durchquert. Darunter befanden sich mehrere LPG-Tanker mit Ziel Indien sowie ein japanischer Öltanker mit rund 1,9 Millionen Barrel Rohöl an Bord.
Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi erklärte damals auf X, sie habe sich persönlich an den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian gewandt, um die Passage japanischer Tanker zu ermöglichen.
Tanker schalten Ortungssysteme ab
Zugleich bleibt die Passage durch die Meerenge riskant. Bereits Anfang Mai berichtete Reuters, mehrere Tanker hätten ihre Ortungssysteme beim Durchfahren der Straße von Hormus deaktiviert. Betroffen waren unter anderem die Tanker „Agios Fanourios I“ und „Kiara M“, die jeweils rund zwei Millionen Barrel irakischen Rohöls transportierten.
Das Abschalten sogenannter AIS-Transponder gilt in der internationalen Schifffahrt als ungewöhnlich und riskant. Die Systeme übermitteln normalerweise automatisch Positionen an andere Schiffe und Behörden.
Nach Einschätzung von Branchenbeobachtern versuchen Reedereien zunehmend, Kontrollen, Angriffe oder Blockaden in der Region zu umgehen. Mehrere Schiffe nutzten offenbar vom Iran genehmigte Routen entlang der iranischen Küste.
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Iran kontrolliert Passage zunehmend
Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Engpässen des globalen Energiemarkts. Vor dem Krieg lief rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports durch die Meerenge. Zeitweise sank der Schiffsverkehr laut Reuters auf nur noch etwa fünf Prozent des üblichen Niveaus.
Der Iran baut seine Kontrolle über die Route inzwischen offenbar systematisch aus. Reuters, Bloomberg und Euronews berichteten zuletzt über neue Genehmigungsverfahren, Kontrollpunkte und hohe Transitgebühren.
Indien bereitet nach Informationen von Bloomberg inzwischen ebenfalls reguläre Öltransporte eigener Tanker durch die Straße von Hormus vor. Die indische Marine hat ihre Präsenz in der Region verstärkt und eskortiert Schiffe unter indischer Flagge nach dem Verlassen der Meerenge.
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