Konjunktur

Wirtschaftssubstanz schwindet: IHK Rostock meldet Einbruch des Konjunkturklimas

Die Stimmung in der gewerblichen Wirtschaft im Bezirk der IHK Rostock hat sich deutlich eingetrübt. Als Hauptursache nennt die Kammer die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs.

OAZ
2 Min
Bei etwa jeder zehnten Betriebsschließung habe es sich um eine Insolvenz gehandelt, erklärte der Präsident der IHK Rostock Klaus-Jürgen Strupp. (Archivbild)

Bei etwa jeder zehnten Betriebsschließung habe es sich um eine Insolvenz gehandelt, erklärte der Präsident der IHK Rostock Klaus-Jürgen Strupp. (Archivbild)

© IMAGO

Ein Blick in die Meldungen der vergangenen Wochen macht deutlich: Kaum eine Branche ist vor der wirtschaftlichen Krise gefeit. Nach einer kurzen Aufhellung im Verlauf des vergangenen Jahres führen die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten dazu, dass der IHK-Konjunkturklimaindex in Mecklenburg-Vorpommern im Frühsommer 2026 auf Talfahrt geht. Nach Angaben der Industrie-und Handelskammer zu Rostock ist dieser auf 88 Punkte gefallen. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen der Unternehmen seien deutlich schlechter als vor einem Jahr, als sich nach der vorgezogenen Bundestagswahl erste Anzeichen einer Erholung gezeigt hätten. Grundlage der Auswertung sind die Antworten von 245 Unternehmen, die zwischen Mitte April und Anfang Mai 2026 befragt wurden.

IHK-Präsident Klaus-Jürgen Strupp äußerte sich besorgt über den Verlust wirtschaftlicher Substanz in der Region. „Kleine Gewerbetreibende, der Händler um die Ecke oder die Floristin von gegenüber machen den Laden einfach dicht“, sagte Strupp. Bei etwa jeder zehnten Betriebsschließung habe es sich 2024 um eine Insolvenz gehandelt. Von Bund und Land forderte er strukturelle Reformen: Wo eigene Gestaltungsmöglichkeiten bestünden, müsse die Politik „umgehend die Handbremsen lösen“.

Nach Darstellung von IHK-Hauptgeschäftsführerin Melanie Wicht belasten hohe Energie- und Rohstoffpreise, Lieferkettenstörungen sowie eine schwache Nachfrage die Betriebe. Viele Unternehmen agierten bei Investitions- und Beschäftigungsplänen zurückhaltend. Während Industrie- und Dienstleistungsbetriebe im Vergleich noch robuste Werte zeigten, meldeten Verkehrsgewerbe und Handel deutliche Einbußen durch den Anstieg der Kraftstoffpreise und die Konsumzurückhaltung. Das Baugewerbe verzeichne hingegen eine Verbesserung der Lage.

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Finanzlage verschlechtert sich

Laut Umfrage bewerten nur noch 46 Prozent der Betriebe ihre Finanzlage als unproblematisch, nach 58 Prozent im Herbst. Der Anteil der von Insolvenz bedrohten Unternehmen stieg seit Jahresbeginn um vier Prozentpunkte auf sechs Prozent. Nur elf Prozent der Befragten blicken den Angaben zufolge optimistisch in die Zukunft, 37 Prozent rechnen mit einer weiteren Verschlechterung. Investitions- und Personalpläne würden vielfach nach unten korrigiert.

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