Die SPD hat die Einführung eines eigenen Unterrichtsfachs zum Zivil- und Katastrophenschutz an deutschen Schulen gefordert. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte zuvor ähnliche Vorschläge gemacht. Mitte Juni soll das Thema auf der Innenministerkonferenz beraten werden.
Ein eigenes Unterrichtsangebot könne Jugendlichen Wissen und praktische Fähigkeiten in Zivilschutz, Katastrophenschutz und gesellschaftlicher Verantwortung vermitteln, sagte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Esra Limbacher. „Ein solches Unterrichtsangebot kann Begeisterung für ehrenamtliches Engagement wecken und gleichzeitig die Resilienz unserer Gesellschaft erhöhen“, so Limbacher gegenüber der Rheinischen Post.
Der SPD-Politiker verwies auch auf die Gefahr von Hochwasser und Überschwemmungen. Die Wahrscheinlichkeit „für gefährliche Starkregenereignisse steigt“, so Limbacher. Wenn junge Menschen schon in der Schule lernten, Verantwortung zu übernehmen und Erste Hilfe zu leisten, würden nicht nur Kompetenzen für den Alltag gestärkt, sondern auch der gesellschaftliche Zusammenhalt. Zugleich erhielten Schüler Einblick in die Arbeit von Feuerwehren, Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen, für die dringend Nachwuchs gebraucht werde.
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Vorbild aus dem Saarland
Limbacher ist auch Generalsekretär der Saarland-SPD. Auf einem Bildungsparteitag am vergangenen Wochenende sprachen sich die saarländischen Sozialdemokraten bereits für ein entsprechendes Unterrichtsfach aus. An einer Gemeinschaftsschule in Saarbrücken war zuvor ein Pilotprojekt zu Erster Hilfe, Katastrophenschutz, Brandschutz und gesellschaftlicher Verantwortung gestartet.
Dobrindt für verpflichtende Doppelstunde
Bei Innenminister Dobrindt dürfte die SPD auf Zustimmung treffen. Bei der Vorstellung seiner Pläne zum Ausbau des Zivilschutzes hatte Dobrindt erklärt: „Zivile Verteidigung gehört in die Schulen. Vorsorge schafft Sicherheit.“ Er schlug eine verpflichtende Doppelstunde pro Halbjahr vor, in der praxisnahes Wissen etwa zum Verhalten bei Stromausfällen oder Naturkatastrophen vermittelt werden soll.
Dobrindt hatte zuvor umfangreiche Pläne zum Ausbau des Zivilschutzes vorgelegt. Bis 2029 sollen demnach zehn Milliarden Euro in 1000 neue Spezialfahrzeuge, 110.000 Feldbetten, zusätzliche Bunker und Zufluchtsräume sowie den Ausbau des Technischen Hilfswerks fließen.
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