Sachsen

13 Filialen betroffen: Ostdeutsche Parfümerie meldet Insolvenz an

Die größte inhabergeführte Parfümeriekette Ostdeutschlands steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen betreibt 13 Parfümerien in mehreren ostdeutschen Bundesländern.

2 Min
Die Parfümerie Thiemann hat ein Insolvenzverfahren eingeleitet.

Die Parfümerie Thiemann hat ein Insolvenzverfahren eingeleitet.

© Steffen Unger/imago

Die Parfümerie Thiemann mit Sitz im sächsischen Bautzen hat ein Planinsolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Das teilte das Unternehmen auf seiner Internetseite mit.

Betroffen sind 13 Filialen in Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie ein Online-Shop. Standorte gibt es nach Unternehmensangaben unter anderem in Dresden, Leipzig, Halle, Bautzen, Görlitz, Freiberg, Pirna, Freital und Cottbus. Alle Standorte würden geprüft, ob sie wirtschaftlich langfristig tragfähig seien.

Parfümerie Thiemann wurde 1990 in Sachsen gegründet

Der Verkauf in den Filialen und im Online-Shop laufe zunächst weiter, auch Beratung, Serviceangebote, Kundenprogramme und App blieben verfügbar, hieß es vom Unternehmen.

Als Hauptgrund für die wirtschaftliche Schieflage nennt die Betreiberfamilie Evelyn und Bodo Thiemann die Folgen der Corona-Pandemie. Während der Lockdowns seien die Umsätze eingebrochen, während Mieten und Gehälter weitergelaufen seien. Um die laufenden Kosten zu decken, hätten erhebliche Kredite aufgenommen werden müssen. „Diese Belastung wirkt bis heute nach“, erklärte die Familie in einem öffentlichen Statement. Vor der Pandemie sei das Unternehmen kurz davor gewesen, „nahezu schuldenfrei in die Zukunft zu gehen“.

Corona sei jedoch nicht der einzige Grund. Viele Einkaufscenter hätten die früheren Besucherzahlen nicht wieder erreicht, während langfristige Mietverträge weiterliefen. „Frequenzen gingen zurück, Leerstände nahmen zu, Kosten und Mieten stiegen weiter“, teilte das Unternehmen mit.

Im Rahmen der Sanierung würden nun alle Filialen geprüft, hieß es. „Unser Ziel ist es, so viel wie möglich zu erhalten – aber nur dort, wo es wirtschaftlich verantwortbar ist“, erklärte das Unternehmen. Konkrete Entscheidungen zu einzelnen Standorten sollen erst kommuniziert werden, wenn sie belastbar feststehen. Kündigungen seien nicht ausgeschlossen. Die Betreiberfamilie betonte, es gehe nicht um eine Geschäftsaufgabe, sondern um eine geordnete Neuaufstellung. „Wir bitten in dieser Phase nicht um Mitleid. Wir bitten um Vertrauen“, hieß es in dem Schreiben. Die Parfümerie Thiemann war 1990 in Bautzen gegründet worden.

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