Spritpreise

Rekordschwankungen beim Tanken: 12-Uhr-Regel erhöht trotz Sparpotenzial die Preise

Der ADAC hat die Effekte der 12-Uhr-Regel analysiert und verrät die besten Zeitpunkte zum Tanken. Insgesamt bringt das Gesetz keine preisliche Entlastung.

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Anzeige mit Spritpreisen an einer leeren Tankstelle in Frankfurt (Oder)

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© Patrick Pleul/dpa

Die Preisunterschiede an deutschen Tankstellen im Tagesverlauf sind nach Angaben des ADAC im Mai so groß wie nie zuvor gewesen, was hauptsächlich an der 12-Uhr-Regel liegt. Wer zum richtigen Zeitpunkt tankt, kann bei einer Tankfüllung mehrere Euro sparen.

Bei Super E10 lag die Differenz zwischen dem teuersten und dem günstigsten Zeitpunkt eines durchschnittlichen Tages im Mai bei 14,6 Cent je Liter, bei Diesel sogar bei 18,4 Cent. Das geht aus einer Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen hervor, die der ADAC am Donnerstag veröffentlichte. Für beide Kraftstoffsorten seien dies neue Rekordwerte. Der bisherige Höchstwert bei Super E10 hatte im Mai 2025 bei 12,5 Cent gelegen, bei Diesel im Mai 2022 bei 16,7 Cent.

Sparpotenzial von mehreren Euro pro Tankfüllung

Bei einer Tankfüllung von 50 Litern könnten Autofahrer im Schnitt 7,30 Euro bei Super E10 und 9,20 Euro bei Diesel sparen, wenn sie zum günstigsten statt zum teuersten Zeitpunkt tanken, teilte der Club mit. Die niedrigsten Preise würden in der Regel kurz vor der Mittagszeit erreicht. Eine weitere günstige Phase liege am späten Nachmittag ab etwa 17.30 Uhr.

Hintergrund der starken Schwankungen ist nach Einschätzung des ADAC das Anfang April eingeführte Österreich-Modell. Danach dürfen Tankstellen die Spritpreise nur einmal täglich um 12 Uhr anheben, anschließend bis zum nächsten Mittag nur senken oder konstant halten. Das Preisniveau sei seit Einführung der Regel insgesamt gestiegen, erklärte der Club. Die Mineralölkonzerne reagierten auf die geringere Flexibilität mit Risikoaufschlägen zur Mittagszeit.

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Weiter Unsicherheit mit Rohöl

Zuletzt sind die Preise für Rohöl zwar gesunken, der ADAC kritisierte jedoch wiederholt, dass sich dies nicht ausreichend an den Tankstellen widerspiegelt. Neue Entwicklungen im Nahen Osten können den Trend jederzeit umkehren. So hat der Iran am Donnerstag die erneute Schließung der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus bekanntgegeben. Ein deutlicher Ölpreisanstieg könnte die Folge sein, was an den Zapfsäulen in der Regel schnell spürbar ist.

Laut einer im Mai vom Verbraucherdienst „Mehr-Tanken“ veröffentlichten Auswertung von Daten der Markttransparenzstelle sollen Tausende Tankstellen gegen die 12-Uhr-Regel verstoßen haben. Bis zum 11. Mai seien rund 17.000 Preiserhöhungen außerhalb der erlaubten Zeit registriert worden, hieß es. Belegt ist ein bewusster Verstoß damit nicht. Der Bundesverband Freier Tankstellen wies die Vorwürfe zurück. Technische Verzögerungen, etwa durch langsame Datenleitungen oder laufende Tankvorgänge, könnten dazu führen, dass Preisänderungen erst mit Verzögerung an das Bundeskartellamt übermittelt würden.

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