Ölmarkt

IEA: Ölvorräte „schrumpfen in Rekordtempo“ – niedrigster Stand in OECD-Ländern seit 1990

Die Internationale Energieagentur verzeichnet die niedrigsten Ölvorräte in OECD-Ländern seit Jahrzehnten. Im Jahr 2027 wird auf dem Ölmarkt ein Angebotsüberschuss erwartet.

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IEA-Chef Fatih Birol

IEA-Chef Fatih Birol

© LUKAS COCH/imago

Der Iran-Krieg hat die Ölvorräte besonders in den OECD-Ländern schrumpfen lassen, teilte die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht mit. Die Ölreserven der OECD-Staaten fielen laut IEA demnach auf den niedrigsten Stand seit 1990, wie AFP berichtet.

„Trotz des deutlichen Rückgangs der Ölnachfrage (...) schrumpfen die Vorräte weiterhin in Rekordtempo“, erklärte die IEA dem Bericht zufolge. Seit Kriegsbeginn am 28. Februar gingen die globalen Vorräte nach vorläufigen Daten um durchschnittlich 3,8 Millionen Barrel pro Tag zurück, im Mai sogar um rund 4,6 Millionen Barrel täglich, wie aus dem von Reuters zitierten Bericht hervorgeht.

Birol sprach laut AFP von der größten Energiekrise in der Geschichte. Die Agentur koordinierte nach eigenen Angaben die Freigabe von 400 Millionen Barrel aus den Reserven ihrer 32 Mitgliedsländer. Nach der Einigung zwischen den USA und dem Iran auf ein Rahmenabkommen forderte Birol am Dienstag die bedingungslose Öffnung der Straße von Hormus, eine für den weltweiten Ölhandel zentrale Route.

Förderung in Nahost zieht wieder an

Die Lieferungen durch die Meerenge nahmen laut IEA bereits Anfang Juni wieder zu, gestützt auf Schiff-zu-Schiff-Umladungen im Golf von Oman, wie Reuters berichtete. Damit stiegen die Gesamtflüsse aus dem Nahen Osten von einem Tiefstand von 9,6 Millionen Barrel pro Tag im Mai auf rund 12 Millionen Barrel täglich.

„Wenn das Abkommen hält, dürften sich Exporte und Förderung am Golf schrittweise erholen“, zitierte der Sender CNBC den IEA-Bericht.  Eine vollständige Normalisierung sei jedoch nicht sofort zu erwarten, da Minen aus den Schifffahrtswegen entfernt werden müssten und Lieferketten Zeit zur Stabilisierung bräuchten.

Deutlicher Angebotsüberschuss für 2027 erwartet

Für 2026 rechnet die IEA laut CNBC mit einem Rückgang des globalen Ölangebots um 3,9 Millionen Barrel pro Tag auf 102,4 Millionen Barrel. Im Jahr 2027 dürfte das Angebot dann sprunghaft um rund 8 Millionen Barrel auf 110,3 Millionen Barrel täglich steigen, während die Nachfrage nur um 2 Millionen Barrel auf 105,3 Millionen Barrel zulege.

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Damit zeichne sich ein erheblicher Marktüberschuss ab, der nach Einschätzung der IEA Spielraum biete, um aufgebrauchte Bestände wieder aufzufüllen oder neue strategische Reserven anzulegen, wie Reuters berichtet. Die globale Nachfrage werde 2026 zunächst um 1,1 Millionen Barrel pro Tag fallen, hieß es weiter.

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