Bei der Gedenkveranstaltung zum 82. Jahrestag des gescheiterten Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944 ist es im Berliner Bendlerblock zu einem Eklat gekommen. Ein Großneffe des NS-Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer versuchte am Montag, einen Kranz der AfD-Bundestagsfraktion zu entfernen. Sicherheitskräfte griffen ein, wobei es zu einem Handgemenge kam und das Gebinde beschädigt wurde.
Tobias Korenke, ein Großneffe des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer, wollte am Montag ein Gebinde der AfD-Bundestagsfraktion an der Gedenkstätte im Bendlerblock entfernen. Das schilderte ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur vor Ort. Sicherheitsmitarbeiter gingen dazwischen, bei dem Handgemenge wurde der Kranz beschädigt.
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Warum wollte Korenke den Kranz entfernen?
Korenke sagte der dpa: „Viele Nachkommen und dazu gehöre auch ich, empfinden eine wirklich große Wut, wenn wir sehen, dass die AfD hier Kränze ablegt. Das werden wir hier nicht akzeptieren.“
Ein Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion bestätigte der dpa, dass diese einen Kranz für die Gedenkstunde bereitgestellt habe. Ob auch Fraktionsmitglieder anwesend gewesen seien, könne er nicht abschließend sagen. Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft Geschichte der Fraktion, Götz Frömming, erklärte, die Fraktion werde als im Bundestag vertretene Partei zu diesen offiziellen Gedenkfeiern eingeladen.
Ermittlungen gegen Uwe Steimle nach Stauffenberg-Äußerung
Bereits in der vergangenen Woche war der Name Stauffenberg im Zusammenhang mit der AfD in die Schlagzeilen geraten. Gegen den Kabarettisten Uwe Steimle leitete die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau ein Ermittlungsverfahren nach Paragraf 126 des Strafgesetzbuchs wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten ein. Das bestätigte eine Sprecherin der Behörde der Deutschen Presse-Agentur.
Anlass waren Äußerungen Steimles bei einer AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau am vergangenen Dienstag. Mit Blick auf Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte Steimle nach Angaben der Staatsanwaltschaft gesagt: „Wenn ich Friedrich Merz sehe, frage ich mich manchmal, wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht.“ Medienberichten zufolge verzichtete Merz auf eine Anzeige.
Gelöbnis am Nachmittag geplant
Am 20. Juli 1944 hatten Wehrmachtsoffiziere um Claus Schenk Graf von Stauffenberg vergeblich versucht, Adolf Hitler mit einer Bombe zu töten, die nationalsozialistische Herrschaft zu stürzen und den Zweiten Weltkrieg zu beenden. Stauffenberg und drei weitere Beteiligte wurden noch am selben Abend im Hof des Bendlerblocks erschossen.
Die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung (OAZ) hat die Person Stauffenberg in einem Text am Montag historisch analysiert.
Am Sitz des Bundesverteidigungsministeriums ist am Nachmittag zudem ein feierliches Gelöbnis von 240 Rekruten der Bundeswehr geplant.
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