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Tankrabatt-Ende

Spritpreise wieder über 2 Euro: Stimmen nach neuem Tankrabatt werden lauter – so stehen die Chancen

Für viele Autofahrer ist jede Tankfüllung inzwischen eine finanzielle Belastung. Vor allem seit dem Ende des Tankrabatts. Die Lösung: Man muss den richtigen Zeitpunkt kennen.

5 Min
Tanken ist wieder deutlich teurer geworden. Vor allem der Dieselpreis hat angezogen.

Tanken ist wieder deutlich teurer geworden. Vor allem der Dieselpreis hat angezogen.

© Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Es ist ein bitterer Moment an der Zapfsäule – und er sorgt inzwischen auch für politischen Streit: Die Spritpreise haben in Deutschland die Zwei-Euro-Marke wieder klar überschritten. Am Morgen des 22. Juli 2026 kostete Super im bundesweiten Durchschnitt rund 2,17 Euro, E10 lag bei 2,12 Euro und Diesel bei 2,14 Euro je Liter. Für viele Autofahrer ist damit jede Tankfüllung zur spürbaren finanziellen Belastung geworden.

In Berlin entbrennt darüber nun ein handfester Konflikt. FDP-Chef Wolfgang Kubicki fordert angesichts der dauerhaft hohen Preise die schnelle Streichung der nationalen CO2-Abgabe. „Das würde Millionen von Autofahrern, insbesondere die hart arbeitende Mitte, die täglich zur Arbeit pendelt, in diesen schwierigen Zeiten spürbar entlasten“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Nach seiner Rechnung könnten so bis zu 17 Cent pro Liter Benzin wegfallen. Der Bundesregierung wirft Kubicki Untätigkeit vor: Sie stehe den weltpolitischen Entwicklungen „hilflos gegenüber“.

Tanlrabatt: Absage aus dem Hause Reiche

Doch aus dem Wirtschaftsministerium kommt eine klare Absage. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat trotz der hohen Preise weitere staatliche Entlastungen vorerst ausgeschlossen und verwies auf die hohen Kosten und die knappe Haushaltslage. Neue Hilfen sind also vorerst nicht in Sicht.

Während die Politik streitet, bleibt vielen Autofahrern nur die Selbsthilfe. Denn eine ganz praktische Frage entscheidet inzwischen darüber, wie teuer der Tank wird: Wann tankt man eigentlich am günstigsten? Seit einer neuen Regel lässt sich mit dem richtigen Zeitpunkt nämlich bares Geld sparen. Aber warum ist Sprit gerade so teuer – und wann sparen Sie an der Zapfsäule am meisten? Ein Überblick.

Warum die Spritpreise nach dem Tankrabatt so stark gestiegen sind

Hauptgrund für den Preissprung ist das Ende des sogenannten Tankrabatts. Der Bund hatte die Energiesteuer vom 1. Mai bis 30. Juni 2026 um 14,04 Cent je Liter gesenkt. Einschließlich Mehrwertsteuer ergab das eine Entlastung von bis zu rund 17 Cent pro Liter.

Diese Steuersenkung lief zum 30. Juni aus. Am 1. Juli schnellten die Preise rund um 12 Uhr nach oben: um etwa 18 Cent bei E10 und rund 20 Cent bei Diesel.

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Neben dem Ende des Tankrabatts spielen weitere Faktoren eine Rolle. Die Bundesregierung nennt den gestiegenen Ölpreis infolge des Iran-Nahost-Konflikts und der zeitweisen Sperrung der Straße von Hormus als Treiber. Auch Wechselkurse sowie Transport- und Raffineriekosten beeinflussen den Endpreis.

Wann Sie jetzt am günstigsten tanken

Der Schlüssel zum Sparen liegt in einer neuen Regel. Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen ihre Preise grundsätzlich nur noch einmal täglich anheben – und zwar um 12 Uhr mittags. Preissenkungen sind dagegen jederzeit möglich.

Für Autofahrer bedeutet das: Kurz vor 12 Uhr ist Tanken im bundesweiten Tagesdurchschnitt besonders günstig. Unmittelbar nach 12 Uhr wird es dagegen deutlich teurer. Deshalb tankt auch Julia Fetter im Videobeitrag noch vor dem Mittag.

Die Preissprünge um die Mittagszeit sind erheblich. Laut einer ADAC-Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen stiegen die Preise im Mai 2026 pünktlich um 12 Uhr im Schnitt um 14,6 Cent je Liter Super E10 und um 18,4 Cent bei Diesel.

Mehr als zwei Euro pro Liter: Nach dem Ende des Tankrabatts sind die Spritpreise in Deutschland wieder deutlich gestiegen.

Mehr als zwei Euro pro Liter: Nach dem Ende des Tankrabatts sind die Spritpreise in Deutschland wieder deutlich gestiegen.

© IMAGO/Rene Traut

Die gute Nachricht: Bis zum Abend sinken die Preise häufig wieder. Nach Angaben des Bundeskartellamts schmilzt der mittägliche Aufschlag im Tagesverlauf oft um fast 80 Prozent ab.

Was Politik und Verbraucherschützer sagen

Neue Entlastungen sind vorerst nicht in Sicht. Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte am 20. Juli 2026, dass die Bundesregierung derzeit keine weiteren Maßnahmen plant.

Verbraucherschützer reagieren scharf. Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, nannte die Preiserhöhungen nach dem Rabattende „Abzocke“. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbands zeigt: 81 Prozent der Verbraucher spürten im Alltag keine Entlastung.

Wie viel vom Rabatt tatsächlich ankam, ist umstritten. Das Bundeskartellamt beziffert die Weitergabe im Schnitt auf 82,6 Prozent bei Diesel und 77,8 Prozent bei Super E5 – also weitgehend, aber nicht vollständig. Kartellamtspräsident Andreas Mundt betonte allerdings: Eine Preissenkung könne die Behörde nicht einfach anordnen. „Entgegen mancher öffentlicher Forderungen gibt es dafür kein kartellrechtliches Instrument“, so Mundt.

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wann ist Tanken am günstigsten?
Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kurz vor 12 Uhr. Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen ihre Preise nur einmal täglich um 12 Uhr erhöhen; Senkungen sind jederzeit erlaubt. Unmittelbar nach 12 Uhr ist es meist am teuersten, zum Abend sinken die Preise häufig wieder.

Wie lange galt der Tankrabatt?
Vom 1. Mai bis 30. Juni 2026. Die Energiesteuer wurde um 14,04 Cent je Liter gesenkt, einschließlich Mehrwertsteuer betrug die Entlastung bis zu rund 17 Cent pro Liter. Der Bund veranschlagte dafür 1,6 Milliarden Euro.

Warum sind die Spritpreise so stark gestiegen?
Vor allem, weil der Tankrabatt zum 30. Juni auslief. Hinzu kommen laut Bundesregierung der gestiegene Ölpreis infolge des Iran-Nahost-Konflikts und die Sperrung der Straße von Hormus.

Plant die Bundesregierung neue Entlastungen?
Nein. Nach der Erklärung vom 20. Juli 2026 sind vorerst keine neuen Entlastungsmaßnahmen vorgesehen.

Ist Deutschland das teuerste Land Europas beim Tanken?
Nein. Deutschland gehört zu den teureren EU-Staaten, war im jüngsten Destatis-Vergleich vom 13. Juli 2026 aber weder bei Benzin noch bei Diesel das teuerste Land – bei beiden Kraftstoffen lagen etwa Finnland und die Niederlande davor.

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