Das Staatsfernsehen des Iran hat einen knapp dreiminütigen Beitrag über mögliche Wege zur Ermordung Barron Trumps ausgestrahlt. Das Video trägt den Titel „Wo und wie sollen wir Barron Trump töten?“ und lief auf Kanal 3 des staatlichen Rundfunks.
Der 20-jährige Barron Trump ist der jüngste Sohn von US-Präsident Donald Trump. In dem Beitrag werden angebliche Aufenthaltsorte und Schutzmaßnahmen des Präsidentensohns dargestellt. Am Ende ist von einer Belohnung in Höhe von zehn Millionen US-Dollar die Rede.
Über den Beitrag berichten inzwischen zahlreiche internationale Medien, darunter Euronews, Iran International und die Jerusalem Post. Auch das iranische Nachrichtenportal Rouydad24 schreibt, das Video sei auf Kanal 3 des staatlichen Rundfunks ausgestrahlt worden.
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Video behauptet Überwachung Barron Trumps
Der Beitrag zeigt nach Angaben der Jerusalem Post unter anderem frühere Aufenthaltsorte Barron Trumps, Begleitfahrzeuge und vermeintliche Einzelheiten seines Personenschutzes. Seine Bewegungen seien vollständig verfolgt worden, behauptet die Sprecherstimme.
Außerdem will der Sender Konten Barron Trumps und seiner Bekannten auf Xbox und Discord sowie im Fußballcomputerspiel Fifa identifiziert haben. Als Quelle für Informationen aus seinem privaten Umfeld nennt der Beitrag eine nicht näher bezeichnete Frau. Sie habe die Kontrollen des Secret Service passiert und Barron Trump bei einem privaten Treffen im Trump Tower gegenübergesessen. Anschließend habe sie Informationen an die Produzenten des Videos weitergegeben.
Der Sender nennt weder den Namen der Frau noch legt er Belege für das Treffen oder eine Verbindung zu den Urhebern des Videos vor. Ob die Begegnung überhaupt stattgefunden hat, lässt sich nicht unabhängig überprüfen.
Barron Trump verlässt nach der Amtseinführung seines Vaters das US-Kapitol, begleitet von einem Mitarbeiter des Secret Service.
© Karen Ballard/imago
Belege für diese Behauptungen liefert das Video nicht. Iran International beschreibt den Beitrag als eine Zusammenstellung dramatisierter Grafiken, öffentlich verfügbarer Informationen und angeblicher Überwachungsaufnahmen. Hinweise darauf, dass tatsächlich jemand in Barron Trumps Nähe gelangt sei, gebe es den Berichten zufolge bisher nicht.
Zehn Millionen US-Dollar für einen Anschlag
Am Ende des Videos wird eine Belohnung von zehn Millionen US-Dollar in Aussicht gestellt. Die Jerusalem Post gibt den Schlusssatz des verbreiteten Mitschnitts so wieder: „Millionen Trump-feindliche Fifa-Spieler warten darauf, von uns eine Belohnung von zehn Millionen US-Dollar zu erhalten.“
Auch das iranische Nachrichtenportal Rouydad24 beschreibt diese Passage. Demnach erklärt der Sprecher, durch das Anwerben eines bekannten Streamers oder den Zugriff auf Konten von Mitschülern könne jemand die Belohnung erhalten und Barron Trump nahekommen.
Wer mit „uns“ gemeint ist und wer die zehn Millionen US-Dollar bereitstellen soll, wird nicht erklärt. Es gibt bislang auch keine unabhängig überprüfbaren Belege dafür, dass das Geld tatsächlich hinterlegt wurde.
Iranisches Portal spricht von einem Fantasieszenario
Die Jerusalem Post konnte das Originalvideo nicht auf den offiziellen Plattformen von Kanal 3 finden. Die Zeitung wertete einen Mitschnitt aus, den der in London lebende iranische Journalist und Gegner der Führung in Teheran, Niyak Ghorbani, auf X verbreitet hatte.
Dass der Beitrag im staatlichen Fernsehen ausgestrahlt wurde, bestätigt jedoch Rouydad24. Das iranische Portal übt scharfe Kritik an der Sendung und bezeichnet die angebliche Geheimdienstoperation als Fantasieszenario. Ein Teil der präsentierten Informationen stamme aus öffentlich zugänglichen Spieleforen und sozialen Netzwerken.
Der staatliche Rundfunk stelle einfache Internetrecherchen als Beleg für eine weitreichende Überwachung dar, kritisiert Rouydad24. Der Sender verhalte sich wie das Sprachrohr einer radikalen Gruppierung und nicht wie das landesweite Staatsfernsehen.
Eine öffentliche Reaktion des Secret Service auf den neuen Beitrag war zunächst nicht bekannt.
Früheres Video endete mit Drohung gegen Barron Trump
Bereits im Juli hatte die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim ein ähnliches Video über Melania Trump veröffentlicht. Unter dem Titel „Wo und wie ist Melania Trump erreichbar?“ wurden darin angebliche Aufenthaltsorte und Schwachstellen ihres Personenschutzes dargestellt.
Der Beitrag endete laut Jerusalem Post mit den Worten: „Das ist erst der Anfang. Barron Trump, warte auf uns!“
Der Secret Service erklärte damals gegenüber dem US-Magazin People, die Behörde kenne das Video. Man gehe grundsätzlich allen Äußerungen nach, die als Bedrohung aufgefasst werden könnten. Zu konkreten Schutzmaßnahmen äußerte sich der Secret Service nicht.
Drohungen aus dem Iran gegen die Familie Trump
Die Drohungen iranischer Staatsmedien gegen Trump und seine Familie haben sich seit den gemeinsamen Angriffen Israels und der USA auf den Iran am 28. Februar verschärft. Dabei wurde der damalige oberste Führer Ali Chamenei getötet.
Im Juli war auf einer Großtafel am Platz der Islamischen Revolution in Teheran ein Bild zu sehen, das Donald Trump offenbar tot in einem Sarg zeigte. Darüber stand auf Englisch: „Wir werden Trump töten.“
Schon seit der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani durch einen US-Drohnenangriff im Januar 2020 kündigen iranische Stellen Vergeltung gegen Trump an. Trump hatte den Einsatz während seiner ersten Amtszeit genehmigt.
Der US-Präsident warnte im Januar 2026 vor einer massiven Reaktion auf einen möglichen Anschlag. Sollte ihm etwas geschehen, werde „das ganze Land in die Luft gesprengt“, sagte Trump in einem Interview, über das Reuters berichtete.
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