Sie sei nicht so ein Frauentyp, sagt Natascha Ochsenknecht. Was sie damit meint, führt sie im Podcast „Glow Up Your Life“ der Moderatorin Katja Burkard aus.
In der jüngsten Folge des Talkformats für Frauen in der Lebensmitte erklärt Ochsenknecht, sie habe zwar beste Freundinnen. „Aber was mir manchmal wirklich auf die Nerven geht“, sagt die 62-Jährige, „ist dieses Immer-gegen-Männer-Schießen die ganze Zeit oder dieses extrem Feministische.“
Das sei ihr alles viel zu anstrengend, sagt der Realitystar. „Es ist für mich ganz klar, egal was es ist, alle Menschen müssen gleichbehandelt werden. Aber ich höre das immer wieder: dieser Männerhass. Es gibt Männer, die sind echte Arschlöcher, da brauchen wir gar nicht drüber reden.“
Die Spaltung zwischen Mann und Frau
Andererseits gebe es auch Frauen, auf die das zutreffe. „Bei mir hält sich das die Waage“, so Ochsenknecht.
Ihre Worte treffen nicht nur auf Zustimmung. Zwar gibt es Fürsprecher, die es ebenso sehen wie die Wahlberlinerin: „Liebe Natascha, da hast du etwas Wahres und Richtiges gesagt. Was soll dieser Blödsinn, dieser Kampf, diese Spaltung zwischen Mann und Frau?“, schreibt ein User bei Instagram auf dem Kanal des Podcasts.
Viele Followerinnen allerdings kritisieren Ochsenknecht scharf: „Sag mir, dass du Feminismus nicht verstanden hast, ohne mir zu sagen, dass du Feminismus nicht verstanden hast“, heißt es in einem viel beachteten Kommentar.
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Natascha Ochsenknecht sei ein „klassischer Fall von: pick me, choose me, love me“, findet eine Beobachterin. „Diese Generation hat das Pick-me-Gen leider noch sehr, sehr stark.“
Der Begriff „Pick me“ bezeichnet eine Person, die sich auf Kosten anderer profiliert, um verzweifelt die Aufmerksamkeit, Bestätigung oder Anerkennung einer bestimmten Gruppe – meist von Männern – zu erlangen. Inzwischen wird der Ausdruck „Pick-me-Girl“ im Internet oft sehr inflationär genutzt.
Im Fall von Natascha Ochsenknecht jedenfalls dominiert er die Kommentarspalte: „Wie pick me willst du sein?!“, heißt es da. Und: „Ach je, es geht nicht um einzelne Männer, es geht um strukturelle Benachteiligung von Frauen durch das Patriarchat.“
Die Ochsenknechts, eine fernsehöffentliche Familie
© Agentur Matthias Wehnert/Imago
Die 62-Jährige antwortet ihren Kritikern mit einer Gegenrede: „Pick-me-Girl, keine Ahnung von Feminismus – einige schießen sich hier aber gewaltig ein Eigentor“, schreibt Ochsenknecht. Am besten gefalle ihr der Vorwurf, „nicht intelligent genug“ zu sein. „Ihr hört einen Ausschnitt, urteilt, und wisst eigentlich überhaupt nicht, um was es geht. Gratuliere. Übrigens, es ging um Frauen, Freundschaften, dass dieses Ablästern untereinander nicht mein Ding ist. Wie man hier in den Kommentaren sieht, Volltreffer.“
Auch Sarah Engels löste Feminismusdebatte aus
Im Podcast redet die Mutter von drei Kindern darüber, wie ihre Karriere verlief, erzählt von ihrem fernsehöffentlichen Familienleben und davon, wie es ist, wenn die eigenen Kinder für alle sichtbar erwachsen werden und wenn sich die Mutter bei einem Facelift mit der Kamera begleiten lässt.
Es geht im Gespräch auch ums Dating, um Männer und darum, ob Ochsenknecht auch viel mit anderen Frauen unterwegs sei. Dann entspinnt sich der oben dargestellte Dialog. Über den bei Instagram verbreiteten Ausschnitt hinaus stellt Ochsenknecht dar, sie habe viele Männerfreunde und auch ihre Mädels.
Mit einer Freundin fahre sie auch in den Urlaub, aber zu viele Mädels seien ihr manchmal zu anstrengend. Sie reise auch gern ohne Begleitung, mache allein Schiffsreisen oder fliege irgendwohin. „Ich liebe das. Ich muss dann auch nicht reden.“
Doch es ist der kurze Schnipsel, über den sich User nun erregen. Ein wenig erinnert das Sujet an die deutsche ESC-Teilnehmerin Sarah Engels, die sich im Vorfeld des diesjährigen Gesangswettbewerbs einen Shitstorm zuzog.
Auf Nachfrage („Wie feministisch ist denn die Sarah Engels?“) hatte die Sängerin eine Erklärung abgegeben, die bei vielen Fans auf Unverständnis stieß. „Feministisch würde ich nicht sagen“, so die Antwort von Sarah Engels. „Weil ich hab einen ganz, ganz tollen Mann und ich mag auch Männer.“
Die Journalistin Daniela Sepehri hatte den Ausschnitt auf ihren Social-Media-Kanälen gepostet, ihr Video bekam Millionen Views. „Kann jemand Sarah Engels erklären, was Feminismus ist?“, schrieb Sepehri und lästerte im Clip: „Sag mir, dass du keine Ahnung hast, was Feminismus bedeutet, ohne mir zu sagen, dass du keine Ahnung hast, was Feminismus bedeutet. Promi-Edition.“
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