Finanzen

China stärkt Finanzkonzerne mit Milliardenpaket

Peking stattet acht staatliche Banken und Versicherer mit frischem Kapital aus. Das soll Risiken abfedern und den Aktienmarkt stützen – so soll das Geld helfen.

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Chinas Präsident Xi Jinping

Chinas Präsident Xi Jinping

© Petr Kovalev/imago

China will acht staatliche Banken und Versicherer mit insgesamt bis zu 360 Milliarden Yuan unterstützen. Das entspricht rund 46,7 Milliarden Euro. Davon will das Finanzministerium laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua 300 Milliarden Yuan durch spezielle Staatsanleihen finanzieren. Weitere 60 Milliarden Yuan sollen andere staatliche Anteilseigner beisteuern.

Großbanken erhalten 290 Milliarden Yuan

Die Agricultural Bank of China will durch die Ausgabe neuer Aktien bis zu 160 Milliarden Yuan aufnehmen. Davon sollen 130 Milliarden vom Finanzministerium und 30 Milliarden von der staatlichen China National Tobacco Corporation und deren Tochterfirmen kommen. Die Industrial and Commercial Bank of China plant eine Kapitalerhöhung um 100 Milliarden Yuan. Weitere 30 Milliarden erhält die Export-Import Bank of China.

Für fünf staatliche Versicherungsgruppen sind insgesamt 70 Milliarden Yuan vorgesehen. China Life erhält laut einer Unternehmensmitteilung 35 Milliarden Yuan. Hinzu kommen 15 Milliarden für PICC, zehn Milliarden für den Exportkreditversicherer Sinosure, sieben Milliarden für China Taiping und drei Milliarden für China Reinsurance. Ein Teil der Transaktionen muss noch genehmigt werden.

Mehr Schutz vor Verlusten

Bei den Banken fließt das Geld in das sogenannte harte Kernkapital. Dieses besteht im Wesentlichen aus eingezahltem Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen. Es dient als wichtigster Puffer, wenn Kredite ausfallen oder andere Verluste entstehen. Mit einem größeren Polster können Banken grundsätzlich mehr Darlehen vergeben, ohne die vorgeschriebenen Kapitalquoten zu unterschreiten.

Peking hofft deshalb auf mehr Kredite für Unternehmen und staatliche Projekte. Ob diese tatsächlich abgerufen werden, ist jedoch offen. Viele Unternehmen und Haushalte halten sich angesichts der schwachen Konjunktur und der anhaltenden Immobilienkrise mit Investitionen zurück.

Bei den Versicherern sollen die Mittel vor allem die Solvenz verbessern, also ihre Fähigkeit, auch bei unerwartet hohen Belastungen sämtliche Verpflichtungen zu erfüllen. Niedrige Zinsen drücken die Anlageerträge der Branche und binden zusätzliches Kapital.

Auch Aktienmarkt könnte profitieren

Die Kapitalspritzen könnten den Versicherern außerdem mehr Spielraum für Aktienkäufe verschaffen. Peking hatte sie bereits aufgefordert, mehr langfristiges Geld am heimischen Aktienmarkt anzulegen. Nach einer von Reuters zitierten Schätzung könnten die vier kommerziellen Versicherungskonzerne ihre Aktienanlagen um insgesamt rund 100 Milliarden Yuan erhöhen. Das ist allerdings eine Prognose und keine staatliche Vorgabe.

Erstmals verwendet China über Sonderanleihen beschafftes Geld auch zur Kapitalstärkung großer staatlicher Versicherer. Mit dem Paket will Peking das Finanzsystem widerstandsfähiger machen, die Kreditvergabe erleichtern und indirekt den Aktienmarkt unterstützen.

Das Paket ist damit weniger ein klassisches Konjunkturprogramm als eine vorsorgliche Verstärkung des Finanzsystems. Es zeigt zugleich, dass Peking seine Banken und Versicherer für mehrere politische Aufgaben einspannt: Sie sollen Wachstum finanzieren, schwächere Finanzunternehmen auffangen und die Börse stabilisieren.

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