Sie ist ein bekanntes TV-Gesicht, ZDF-Zuschauern ist sie als Moderatorin von „Volle Kanne“ vertraut. Jetzt macht Andrea Ballschuh weniger schöne Schlagzeilen.
Die 54-Jährige hat öffentlich gemacht, dass sie zu Jahresbeginn Privatinsolvenz anmelden musste. Sie konnte ihre Schulden in Höhe von 230.000 Euro nicht mehr tilgen. Sie wolle daraus kein Geheimnis machen, weil es ihr am Herzen liege, anderen Betroffenen Mut zu machen.
Auf Instagram schildert Ballschuh nun im Detail, wie es zur Zahlungsunfähigkeit kam. „Ja, ich musste Insolvenz anmelden“, beginnt der Beitrag der gebürtigen Dresdnerin. „Obwohl ich zwei Jahre alles gab, um es zu verhindern, und damit beinahe im Burnout gelandet wäre. Meine Selbstständigkeit ist mir im dritten Jahr um die Ohren geflogen.“
Ballschuh: Einnahmen aus dem Videocoaching halbiert
Für viele sei sie damit sofort eine Versagerin, so Ballschuh: „Was dahintersteckt, weiß fast keiner.“ Ihr seien 2022 vier Fernsehsendungen gestrichen worden, gleichzeitig hätten sich ihre Einnahmen aus dem Videocoaching halbiert. Ballschuh hatte sich 2019 als Online-Videocoach selbstständig gemacht.
„Im selben Jahr kam eine hohe Nachzahlung ans Finanzamt, dazu eine nachträgliche Vorauszahlung für zwei Jahre und obendrauf eine Steuerprüfung“, schildert die Moderatorin. „Ein Videostudio, das ich zu zweit geplant hatte, lief plötzlich allein auf meinen Namen. 160 Quadratmeter, fünf Räume.“
Ballschuh erklärt, sie habe sehr viel gearbeitet und selten mehr als fünf Stunden geschlafen. „Im Sommer 2024 gingen die Buchungen stark zurück, und ich rotierte noch mehr. Dann kam eine Panikattacke mitten auf der Autobahn. Ich konnte einfach nicht mehr.“
Zwei Jahre lang habe sie gegen die Insolvenz gekämpft, aus Angst vor dem Imageverlust. „Ich dachte, danach bucht mich keiner mehr.“
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Andrea Ballschuh verweist auf einen anderen Umgang mit Privatinsolvenzen in anderen Ländern: „In den USA ist das keine Schande. Man steht auf, klopft sich ab und baut etwas Neues auf. Walt Disney und Henry Ford sind beste Beispiele dafür. Hier in Deutschland drücken einem viele den Stempel ‚Versager‘ auf die Stirn.“
Das sei der Grund, warum sie nun öffentlich darüber spreche und ein Buch dazu geschrieben habe, das am 23. September im Fontis-Verlag erscheint: „Um anderen Menschen Mut zu machen.“
Heute sei sie fest angestellt und sehr glücklich als Medien- und Präsenztrainerin. Sie moderiere weiterhin im ZDF und habe „einen tiefen inneren Frieden durch Gott in mir, zu dem ich in der Krise gefunden habe. Eine Insolvenz kann auch die Chance für einen Neuanfang sein“.
In den Kommentaren bekommt die Moderatorin viel Zuspruch: „Das ändert nichts an Dir als Mensch. Chapeau“, heißt es von Usern auf Instagram. Auf Facebook heißt es: „Jeder Mensch macht Fehler in seinem Leben, manchmal sind sie einfach zu teuer. Passiert. Finde Deine Offenheit sehr gut. Besserwisser und Schwätzer gibt es genug, die haben aber keine Ahnung, was Selbstständigkeit bedeutet.“
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