Chemie-Krise

Ostdeutsche Chemie verliert fast 1000 Jobs – jetzt wächst die Angst vor dem Kahlschlag

Exklusive Arbeitsagentur-Daten belegen den Jobabbau in Ostdeutschlands Chemie. Nach neuen Werksschließungen wächst nun die Sorge, dass weitere Betriebe mitgerissen werden.

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Der Chemiepark Leuna in Sachsen-Anhalt: Die ostdeutsche Chemie kämpft mit hohen Energiepreisen und verliert Arbeitsplätze.

Der Chemiepark Leuna in Sachsen-Anhalt: Die ostdeutsche Chemie kämpft mit hohen Energiepreisen und verliert Arbeitsplätze.

© Jan Woitas/dpa

In der ostdeutschen Chemieindustrie sind binnen sechs Jahren fast 1000 Arbeitsplätze verschwunden. Das zeigt eine Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit (BA) für die diese Zeitung. Demnach sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der klassischen Chemieindustrie der fünf ostdeutschen Flächenländer von 31.054 im Juni 2019 auf 30.131 im Juni 2025 – ein Rückgang um 923 Stellen oder knapp drei Prozent.

Doch die Statistik bildet die jüngste Zuspitzung noch nicht ab. Binnen zwei Wochen sei im größeren Branchenverbund aus Chemie und Pharma der Wegfall von mehr als 1000 weiteren Arbeitsplätzen angekündigt worden, sagt Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin des VCI Nordost. Sie verweist auf GSK in Dresden, Leuna Polyamid und Evonik in Bitterfeld. „Die Hütte brennt! Das sind keine abstrakten Szenarien mehr“, betont Schmidt-Kesseler – und warnt: „Wir verlieren gerade industrielle Arbeitsplätze, Produktionsanlagen und damit auch Know-how.“

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