Die Verlegung ist für Dienstag, 29. September 2026, um 10 Uhr angesetzt. Zu den Menschen, an die dann vor dem Museum erinnert wird, gehören die Medizinerin Marta Fraenkel, wissenschaftliche Geschäftsführerin der II. Internationalen Hygiene-Ausstellung, und Julius Ferdinand Wollf, Förderer des Museums und früherer Chefredakteur der Dresdner Neuesten Nachrichten. Weitere Steine gelten Eugen Emanuel Galewsky, Otto Neustätter, Felix Popper, Walter Weisbach und Richard Lommatzsch.
Der Kopfstein, unter dem die sieben Stolpersteine angeordnet werden, ist eine Neuerung in der Stadt. Er verweist darauf, dass das Hygiene-Museum in der NS-Diktatur als Instrument rassistischer Politik diente, und erinnert an Mitarbeiter und Vorstände, die 1933 entlassen oder aus ihren Ämtern gedrängt wurden, weil die Nationalsozialisten sie als jüdisch stigmatisierten.
Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch bezeichnet die sichtbare Erinnerung an die jüdischen Opfer der NS-Diktatur und an die Verstrickung des Hygiene-Museums in die nationalsozialistische Rassenideologie als gemeinsame Verantwortung.
Weitere Stolpersteine für Familie Rosenberger
Gut eine Woche später, am Mittwoch, 7. Oktober 2026, folgen um 14 Uhr an der Tischerstraße 5 drei weitere Stolpersteine. Sie gelten Hermann und Lina Rosenberger sowie ihrem Sohn Philipp. Die drei wurden in unterschiedlichen Konzentrationslagern ermordet.
Am selben Abend lädt der Verein Stolpersteine für Dresden um 19.30 Uhr zu einer öffentlichen Gedenkfeier in den Marta-Fraenkel-Saal des Deutschen Hygiene-Museums ein. Neben Annekatrin Klepsch sollen Nachfahren der NS-Opfer aus aller Welt sprechen. Der Eintritt ist frei.
Verein Stolpersteine für Dresden seit 2009 aktiv
Der Verein wurde 2009 gegründet. Er recherchiert die Biografien der NS-Opfer, organisiert die Verlegungen und hält den Kontakt zu Angehörigen.
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In Dresden erinnern nach Angaben der Stadt derzeit 417 Stolpersteine an Opfer des Nationalsozialismus. Europaweit sind bislang mehr als 130.000 dieser Steine verlegt worden.
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