Der Protest richtete sich in Leipzig vor allem gegen das seit Jahresbeginn geltende Wehrdienstgesetz und gegen die Musterung junger Männer – und darüber hinaus gegen eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht. Aus verschiedenen Stadtteilen zogen zunächst Zubringerdemonstrationen zum Wilhelm-Leuschner-Platz. Von dort startete ab dem Mittag der zentrale Aufzug durch die Innenstadt.
Aufgerufen hatte das Bündnis „Schulstreik gegen Wehrpflicht“, dem sich weitere politische und aktivistische Gruppen anschlossen. Die Angabe von etwa 500 bis 700 Teilnehmern beruht auf einer Schätzung vor Ort. Neben Schülerinnen und Schülern beteiligten sich auch andere Demonstrierende. Der Leipziger Aufzug gehört zu einer Reihe wiederkehrender Schülerdemonstrationen gegen die Neuregelung des Wehrdienstes; am selben Tag gab es Proteste in zahlreichen weiteren Städten.
Für teilnehmende Schülerinnen und Schüler kann der Protest Folgen haben. Die sächsische Schulbehörde hatte im Vorfeld darauf hingewiesen, dass die Schulpflicht auch am Demonstrationstag galt. Wer während der Unterrichtszeit ohne Genehmigung oder Entschuldigung teilnimmt, muss demnach damit rechnen, dass dies als unentschuldigtes Fehlen gewertet werden kann.
Bundesregierung setzt beim Wehrdienst auf Freiwilligkeit
Nach Angaben der Bundesregierung soll beim neuen Wehrdienst so lange wie möglich auf Freiwilligkeit gesetzt werden. Melden sich nicht genügend Freiwillige, kann demnach eine sogenannte Bedarfswehrpflicht eingeführt werden – auf Antrag der Bundesregierung und durch ein eigenes Gesetz des Bundestages.
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Zugleich verfolgt die Bundesregierung das Ziel, die Zahl der aktiven Soldaten der Bundeswehr bis 2035 von derzeit gut 186.000 auf 260.000 zu erhöhen.
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