Wehrdienst

Schüler demonstrieren in Leipzig gegen den neuen Wehrdienst

Geschätzt 500 bis 700 Menschen zogen am Freitag über den Innenstadtring, der Verkehr war zeitweise eingeschränkt. Anlass war ein bundesweiter Aktionstag.

Alexander Angierski
2 Min
Schulstreik gegen Wehrpflicht: Schüler protestieren gegen mögliche Musterungen, Kriegsdienst und Militarisierung. (Archivbild)

Schulstreik gegen Wehrpflicht: Schüler protestieren gegen mögliche Musterungen, Kriegsdienst und Militarisierung. (Archivbild)

© Stefan Trappe/imago

Der Protest richtete sich in Leipzig vor allem gegen das seit Jahresbeginn geltende Wehrdienstgesetz und gegen die Musterung junger Männer – und darüber hinaus gegen eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht. Aus verschiedenen Stadtteilen zogen zunächst Zubringerdemonstrationen zum Wilhelm-Leuschner-Platz. Von dort startete ab dem Mittag der zentrale Aufzug durch die Innenstadt.

Aufgerufen hatte das Bündnis „Schulstreik gegen Wehrpflicht“, dem sich weitere politische und aktivistische Gruppen anschlossen. Die Angabe von etwa 500 bis 700 Teilnehmern beruht auf einer Schätzung vor Ort. Neben Schülerinnen und Schülern beteiligten sich auch andere Demonstrierende. Der Leipziger Aufzug gehört zu einer Reihe wiederkehrender Schülerdemonstrationen gegen die Neuregelung des Wehrdienstes; am selben Tag gab es Proteste in zahlreichen weiteren Städten.

Für teilnehmende Schülerinnen und Schüler kann der Protest Folgen haben. Die sächsische Schulbehörde hatte im Vorfeld darauf hingewiesen, dass die Schulpflicht auch am Demonstrationstag galt. Wer während der Unterrichtszeit ohne Genehmigung oder Entschuldigung teilnimmt, muss demnach damit rechnen, dass dies als unentschuldigtes Fehlen gewertet werden kann.

Bundesregierung setzt beim Wehrdienst auf Freiwilligkeit

Nach Angaben der Bundesregierung soll beim neuen Wehrdienst so lange wie möglich auf Freiwilligkeit gesetzt werden. Melden sich nicht genügend Freiwillige, kann demnach eine sogenannte Bedarfswehrpflicht eingeführt werden – auf Antrag der Bundesregierung und durch ein eigenes Gesetz des Bundestages.

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