Zeitumstellung

Zeitumstellung 2026: Uhr vor oder zurück? An diesem Sonntag beginnt die Winterzeit

Zeitumstellung 2026: Am 25. Oktober wird die Uhr von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt. Termin, Eselsbrücken und alle Infos zur Winterzeit.

6 Min
Punkt 2 Uhr: Auf diese Zeit springen die Uhren in der Nacht zum 25. Oktober zurück. Dann endet die Sommerzeit. (Symbolbild)

Punkt 2 Uhr: Auf diese Zeit springen die Uhren in der Nacht zum 25. Oktober zurück. Dann endet die Sommerzeit. (Symbolbild)

© IMAGO/Michael Bihlmayer

Eine Stunde, zweimal im Jahr, und trotzdem grübeln Millionen jedes Mal: vor oder zurück? In der Nacht von Samstag, 24. Oktober, auf Sonntag, 25. Oktober 2026, ist es wieder so weit.

Um 3 Uhr springen die Uhren zurück auf 2 Uhr. Die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) endet, es gilt wieder die Mitteleuropäische Zeit (MEZ). Umgangssprachlich heißt sie Winterzeit, offiziell Normalzeit.

Die Sommerzeit endet in Deutschland immer am letzten Sonntag im Oktober. Für die meisten bedeutet das eine Stunde mehr Schlaf.

Smartphones, Computer und Funkuhren stellen sich selbst um. Bei Backofen, Armbanduhr und der Uhr im Auto ist Handarbeit gefragt.

Leicht vergessen wird die Heizung. Wer eine Nachtabsenkung programmiert hat, sollte die Zeitschaltuhr anpassen. Sonst heizt die Anlage morgens zu früh und abends zu kurz, warnt der Deutsche Verband Flüssiggas.

Uhr vor oder zurück? Die besten Eselsbrücken zur Zeitumstellung

Am bekanntesten ist der Merksatz mit den Gartenmöbeln. Im Frühjahr stellt man die Stühle vor das Haus, die Uhr also vor. Im Herbst kommen sie zurück in den Schuppen, und der Zeiger wandert eine Stunde zurück.

Wer es kürzer mag, merkt sich den Reim „Im Winter hinter“.

Winterzeit 2026: Wo die Uhr umgestellt wird und wo nicht

In allen EU-Staaten endet die Sommerzeit in derselben Nacht. Auch Nachbarn außerhalb der EU wie die Schweiz ziehen mit.

Im Norden und Osten Europas sieht es anders aus. Island stellt die Uhren seit Ende der 1960er-Jahre nicht mehr um, Belarus seit 2011.

Russland hat einen Umweg genommen. 2011 schaffte das Land die Umstellung ab und blieb dauerhaft in der Sommerzeit. Weil viele Menschen im Winter über dunkle Morgen klagten, gilt dort seit Oktober 2014 ganzjährig die Normalzeit.

Wichtig für den Herbsturlaub: Die Türkei lebt seit 2016 dauerhaft in der Sommerzeit. Ab dem 25. Oktober beträgt der Zeitunterschied zur Türkei deshalb zwei Stunden statt einer.

Sonnenuntergang nach der Zeitumstellung: Im Osten wird es zuerst dunkel

Mit der Umstellung rückt der Sonnenuntergang über Nacht um eine Stunde nach vorn. In Görlitz geht die Sonne am 25. Oktober um 16.46 Uhr unter, in Berlin um 16.50 Uhr.

Im Westen bleibt es etwas länger hell. In Köln verschwindet die Sonne um 17.19 Uhr, in Aachen erst um 17.23 Uhr. Dafür wird es morgens früher hell: In Hamburg geht die Sonne am Samstag um 8.04 Uhr auf, am Sonntag bereits um 7.06 Uhr.

Autofahrer sollten in den Wochen danach aufmerksam sein. Der Berufsverkehr fällt dann in die Dämmerung, in der Rehe und Wildschweine unterwegs sind. Der Deutsche Jagdverband warnt seit Jahren vor mehr Wildunfällen nach der Umstellung.

Wie die Zeitumstellung Schlaf und Körper beeinflusst

Die innere Uhr richtet sich nach dem Licht. Springt die Uhrzeit, braucht der Körper ein paar Tage, um nachzuziehen. Manche Menschen schlafen in dieser Zeit schlechter ein oder fühlen sich tagsüber müde.

Die gute Nachricht: Die Umstellung im Herbst gilt als die harmlosere. Nach einer Auswertung des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Bundestag hat sich der Schlaf in der Regel nach ein bis zwei Wochen angepasst. Deutlich schwerer tun sich viele mit dem Wechsel im März, wenn eine Stunde fehlt.

Wer empfindlich reagiert, hält seine Schlafzeiten möglichst regelmäßig und geht morgens ins Tageslicht.

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Warum gibt es die Zeitumstellung überhaupt?

Erfunden haben sie die Deutschen. Das Deutsche Reich führte 1916 als erstes Land der Welt eine Sommerzeit ein, um im Ersten Weltkrieg Energie zu sparen. Nach 1949 war damit in Deutschland vorerst Schluss.

Die Rückkehr hat viel mit der DDR zu tun. Nach der Ölkrise von 1973 stellten immer mehr Nachbarländer um, Bonn zögerte. Laut dem Bericht des Technikfolgen-Büros hatten sich alle Bundestagsparteien dafür ausgesprochen, die gleiche Uhrzeit wie die DDR und Berlin zu behalten.

Als die DDR im Oktober 1979 ankündigte, ab 1980 die Sommerzeit einzuführen, zog die Bundesrepublik mit. Seit dem 6. April 1980 drehen beide Teile Deutschlands in derselben Nacht an der Uhr.

Die Energiebilanz fällt bis heute mager aus. Abends brennt zwar weniger Licht, dafür wird im Frühjahr und Herbst morgens mehr geheizt. Wie viel am Ende übrig bleibt, lässt sich laut Umweltbundesamt nicht genau beziffern. Sparsame LED-Lampen haben den Effekt weiter geschrumpft.

Wird die Zeitumstellung 2026 abgeschafft?

Nein. Auch 2026 dreht Deutschland zweimal an der Uhr, am 25. Oktober zum letzten Mal in diesem Jahr.

Dabei schien das Aus schon greifbar. Die EU-Kommission schlug 2018 vor, die Umstellung zu beenden, das EU-Parlament stimmte 2019 zu. Die Mitgliedstaaten konnten sich jedoch bis heute nicht auf eine gemeinsame Linie einigen.

Wie festgefahren die Lage ist, zeigt ein Schritt aus dem März 2026. Die Kommission hat die Umstellungstermine bis einschließlich 2031 veröffentlicht. Ein früheres Ende ist rechtlich möglich, wahrscheinlicher wird es dadurch nicht.

Neue Bewegung könnte eine Studie bringen. Die Kommission hat sie im Februar in Auftrag gegeben, Ergebnisse sollen bis Ende 2026 vorliegen.

Dauerhafte Sommerzeit oder Normalzeit: Was wäre besser?

Der eigentliche Streit dreht sich um die Frage, welche Zeit nach einem Aus gelten soll. Beide Varianten haben einen Preis.

Bei dauerhafter Sommerzeit ginge die Sonne in Aachen am 21. Dezember erst um 9.35 Uhr auf. Schulkinder würden monatelang im Dunkeln aufbrechen.

Bei dauerhafter Normalzeit würde es in Berlin im Juni schon um 3.43 Uhr hell, die Sonne ginge dort bereits um 20.32 Uhr unter. Schlafmediziner halten diese Variante trotzdem für die gesündere. Alfred Wiater, langjähriger Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, sieht in der Normalzeit die beste Grundlage für den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus. Mehr dazu in unserem Überblick zur Zeitumstellung.

Wann ist die nächste Zeitumstellung?

Am Sonntag, 28. März 2027, beginnt wieder die Sommerzeit. Dann springen die Uhren von 2 auf 3 Uhr vor, die Nacht wird eine Stunde kürzer.

Die Winterzeit 2027 startet am 31. Oktober, fast eine Woche später als in diesem Jahr.

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