Räumung

„Wir müssen vor denen beschützt werden“: Anneke und Erik (69) sollen nach 14 Jahren getrennt werden – ohne ihren Hund

Räumung in Arnheim: Anneke und Erik (69) müssen bis 11. November ihre betreute Wohnung verlassen – getrennt und ohne Hund, Papagei und Python.

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Für viele ältere Menschen ist ein Hund der wichtigste Halt im Alltag. In Arnheim sollen zwei Senioren ihre Tiere nun abgeben. (Symbolbild)

Für viele ältere Menschen ist ein Hund der wichtigste Halt im Alltag. In Arnheim sollen zwei Senioren ihre Tiere nun abgeben. (Symbolbild)

© Imago/Robert Kneschke

Hund Charlie, ein Papagei, zwei Sittiche, eine Zwergpython und mindestens hundert Buddha-Figuren: Damit leben Anneke Meeuwesen und Erik Vermeer seit 14 Jahren in einer Wohnung im Arnheimer Stadtteil Kronenburg.

Ein Paar sind die beiden 69-Jährigen nicht. Sie sind seit 18 Jahren befreundet. Nun hat ein Gericht entschieden, dass sie bis zum 11. November ausziehen müssen – in zwei getrennte Wohnungen, ohne ihre Tiere.

„Ich gehe nicht weg. Das ist mein Leben“, sagt Anneke Meeuwesen der Regionalzeitung De Gelderlander.

Gericht ordnet Umzug an: Das wirft die RIBW vor

Die beiden leben im betreuten Wohnen der RIBW Arnhem & Veluwe Vallei. Im Juni 2025 erfuhren sie, dass sie in zwei kleinere Wohnungen im Arnheimer Komplex Malburgstaete umziehen sollen. Sie weigerten sich, die Einrichtung klagte und gewann.

Die RIBW nennt die Lage laut dem Blatt „unhaltbar und gefährlich“. Die beiden könnten nicht mehr ausreichend für sich sorgen. Eine überfüllte Wohnung, eine Raucherin und ein Mitbewohner, der Sauerstoff nutzt, seien zudem brandgefährlich.

Erik Vermeer hält dagegen: Die Einrichtung stütze sich auf Angaben von 2008, eingezogen seien sie aber erst 2012. „Wir helfen einander. Das tut man als Freunde“, sagt Meeuwesen.

Erster Brief in Amtsdeutsch

Die RIBW äußert sich wegen des Datenschutzes nicht zum Einzelfall. Einen Umzug zu erzwingen sei „ein äußerstes Mittel“, teilte sie der Zeitung mit.

Wie wenig die beiden anfangs verstanden, zeigt der erste Brief. Darin stand nur, die Wohnung passe nicht mehr zum „strategischen Wohnraumplan“. Die zuständige RIBW-Direktorin räumte im Februar gegenüber Omroep Gelderland ein, sie würde das so nicht noch einmal schreiben.

Anneke Meeuwesen hat ihr eigenes Urteil: „Die nennen es betreutes Wohnen, aber wir müssen vor der RIBW beschützt werden.“

Keine Haustiere erlaubt: Charlie darf nicht mit

In Malburgstaete dürfen die beiden nur mitnehmen, was in die neuen Wohnungen passt. „Ich darf nicht einmal mein eigenes Bett mitnehmen, sondern muss in so ein Krankenhausbett“, sagt Meeuwesen.

Tiere sind dort wegen Hygiene und möglicher Allergien von Personal und Bewohnern verboten. „Ich kann nicht ohne Tiere“, sagt Meeuwesen.

Ihre Tochter Valery glaubt nicht, dass ihre Mutter für immer allein wohnen kann. Medizinisch gebe es derzeit aber keinen Grund für den Umzug.

Haustiere im Alter: Was die Genfer Studie zeigt

Forscher der Universität Genf werteten für eine 2025 in Scientific Reports erschienene Studie Daten von mehr als 16.000 Europäern ab 50 Jahren aus, beobachtet über 18 Jahre. Wer einen Hund oder eine Katze hielt, verlor langsamer an Gedächtnis und Sprachflüssigkeit.

Bei Vögeln fanden die Forscher keinen solchen Zusammenhang. Von den Tieren in Kronenburg wäre also ausgerechnet Charlie derjenige, der zählt – und genau er muss gehen.

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Berufung ändert nichts am Umzugstermin

Anneke und Erik gehen in Berufung. Am 11. November ändert das nichts. Wirken sie nicht mit, können Polizei und Gerichtsvollzieher sie aus der Wohnung holen.

Dazu kommen Prozesskosten von jeweils rund 2250 Euro. Meeuwesen bleibt gelassen: Wo nichts sei, könne man auch nichts holen.

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