Der Kleinsatellit ATHENE-1 mit Technik aus Sachsen soll am Donnerstag von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien ins All starten. Eine Falcon-9-Rakete des US-Unternehmens SpaceX soll ihn im Rahmen der Transporter-18-Mission in eine niedrige Erdumlaufbahn bringen. Das teilte das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) mit. Nach Schätzung des Ministeriums stammt etwa ein Drittel der im Satelliten verbauten Technologien aus dem Freistaat.
ATHENE-1 ist das zentrale Element des Forschungsprojekts SeRANIS (Seamless Radio Access Networks for Internet of Space). Es wird von der Universität der Bundeswehr München geleitet und vom Zentrum für Digitalisierungs- und Technologieforschung der Bundeswehr gefördert. Entwickelt und gebaut haben den knapp 300 Kilogramm schweren Satelliten die Universität und LuxSpace, eine Tochter des Bremer Raumfahrtkonzerns OHB. Beteiligt sind unter anderem auch das sächsische Unternehmen NEOSAT und das Raumfahrt-Start-up Talos mit Standorten in München und Dresden.
Im Orbit soll ATHENE-1 als Technologie- und Erprobungsplattform für 15 wissenschaftliche Experimente dienen. Dabei geht es um satellitengestützte Kommunikation und Vernetzung, Aufklärung und Sensorik, Navigation sowie Künstliche Intelligenz und Datenverarbeitung direkt an Bord. Dazu zählen auch Verfahren, mit denen sich Störungen erkennen, orten und abwehren lassen.
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MehrWirtschaftsminister Panter sieht Sachsens Raumfahrtsektor wachsen
Wirtschaftsminister Dirk Panter wertet den geplanten Start als Beleg für die Einbindung sächsischer Firmen in nationale Programme. Sachsens Raumfahrtsektor wachse weiter dynamisch, sächsische Unternehmen trügen bei Nachrichtentechnik, Mikroelektronik und Signalverarbeitung zum bisherigen Gelingen des Projekts bei, erklärte er. Sie sammelten damit praktische Erfahrung im Orbit, auf der weitere Anwendungen und Kooperationen aufbauen könnten. Diese Entwicklung wolle das SAXON-1-Konsortium fortsetzen, bis hin zu einer eigenständigen Mission aus Sachsen heraus.
Als Kopf hinter der Mission nennt Panter Andreas Knopp. Der Professor stammt aus Bad Elster im Vogtlandkreis und hat an der Universität der Bundeswehr München die Professur für Informationsverarbeitung inne. Dort ist er Mitbegründer und Co-Sprecher des Forschungszentrums SPACE, zu dessen Leuchtturmprojekten SeRANIS zählt. Nach Angaben des Ministeriums trug Knopp 2025 maßgeblich dazu bei, dass OHB den TechniSat-Standort in Schöneck im Vogtland übernahm.
Rohde & Schwarz kündigt Übernahme in Dresden an
Nach Angaben des Ministeriums hatte der Münchner Technologiekonzern Rohde & Schwarz in der vergangenen Woche mitgeteilt, die Dresdner Unternehmen NEOSAT und PHYTRONIC zu übernehmen. Beide entwickeln Technik für Mehrantennen-Satellitensysteme, arbeiten an der Vernetzung von Maschinen und Sensoren über Satellit und an neuen Übertragungsverfahren im All. Rohde & Schwarz will damit seine Position im Raumfahrtmarkt stärken.
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Die Luft- und Raumfahrtbranche in Sachsen umfasst nach Angaben des Ministeriums rund 160 Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit mehr als 7.000 Beschäftigten und einem Umsatz von etwa 1,4 Milliarden Euro. Ein Bezugsjahr für diese Zahlen nennt das Ministerium nicht. Stärken sieht es unter anderem bei sicherer Satellitenkommunikation, Mikroelektronik, der Datenverarbeitung an Bord sowie bei Test- und Qualifizierungsinfrastruktur.
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