In Dresden sind neue Hochspannungskabel zwischen dem Umspannwerk Räcknitz im Süden und den Umspannwerken Klotzsche und Dresden-Nord in Betrieb gegangen. Das teilte der Netzbetreiber SachsenNetze am Montag mit. Die Kabel verlaufen durch Leerrohrtrassen, die zunächst bis zum Gasturbinen-Heizkraftwerk Nossener Brücke und von dort weiter in den Dresdner Norden gebaut worden waren.
Zugleich hat SachsenNetze das Umspannwerk Räcknitz erweitert. Es erhielt eine neue Hochspannungsschaltanlage, neue Leitungszuführungen und Transformatoren. Die Anlage ist nach Unternehmensangaben so ausgelegt, dass später ein dritter Transformator angeschlossen werden kann. Verstärkt wurde außerdem die Freileitung vom Umspannwerk Dresden-Süd zwischen dem Abzweig Nöthnitz und Räcknitz.
Dresdens Wirtschaftsbürgermeister Jan Pratzka besichtigte am Montag die Baustelle in Räcknitz. „Der Strombedarf wird, auch durch die Ansiedlungen im Dresdner Norden, in den kommenden Jahren weiter steigen. Vom Ausbau der Netzinfrastruktur durch SachsenNetze profitiert der Wirtschaftsstandort Dresden“, sagte er.
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MehrStrombedarf in Dresden soll sich verdreifachen
SachsenNetze begründet den Ausbau mit der Energiewende und dem wachsenden Verbrauch. Der private wie der industrielle Stromverbrauch in Dresden steige seit Jahren, bis 2030 werde er sich nach Erwartung des Unternehmens voraussichtlich verdreifachen. Als zusätzlichen Treiber nennt SachsenNetze die Halbleiterindustrie im Dresdner Norden.
Parallel soll Dresden stärker an das überregionale Höchstspannungsnetz mit 380 Kilovolt angebunden werden. Dafür baut der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz die Elbe-Oberlausitzleitung; das zugehörige Umspannwerk Altwilschdorf errichten 50Hertz und SachsenNetze gemeinsam. Bis es in Betrieb geht, sollen die neuen Kabeltrassen die nötigen Kapazitäten liefern.
SachsenNetze-Geschäftsführer Steffen Heine erklärte: „Damit das auch künftig so bleibt, müssen wir unsere Netze an die wachsenden Anforderungen einer dynamischen Region anpassen. Der Stromnetzausbau ist deshalb eine zentrale Voraussetzung für die Versorgungssicherheit von Bürgern, Gewerbe und Industrie.“
Rund 300 Millionen Euro bis 2030 für Dresden
Insgesamt will SachsenNetze bis 2028 rund 50 Kilometer neue Hochspannungskabel in Dresden verlegen, darunter zwei weitere Erdkabeltrassen rechts der Elbe. Die Arbeiten liegen nach Unternehmensangaben im Plan. Für die neuen Trassen und das geplante Umspannwerk Altwilschdorf will das Unternehmen bis 2030 rund 300 Millionen Euro ausgeben. Sachsenweit sollen bis 2045 rund 4,1 Milliarden Euro in den Netzausbau fließen.
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Viele der beteiligten Gewerke stammen laut SachsenNetze aus der Region. Steffen Klinger, Abteilungsleiter Assetmanagement Strom bei SachsenNetze, verwies auf den Beginn des Netzausbaus für die Dresdner Industrie in den 1990er-Jahren: „Damals wurden die ersten Hochspannungskabel noch in offenen Gräben über mehrere Kilometer verlegt. Heute bauen wir deutlich komplexer und kleinteiliger, mit modernen Verfahren und im laufenden Stadtbetrieb.“
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