Fünf Prozent mehr Lohn – das fordert die IG Metall für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie. Die Arbeitgeber lehnen ab: zu hoch, unrealistisch, an der wirtschaftlichen Realität vorbei. Die erste Runde in Barleben blieb ohne Ergebnis.
Die Gewerkschaft begründet ihre Forderung mit gestiegenen Lebenshaltungskosten, schwindender Kaufkraft und dem Einsatz der Beschäftigten im industriellen Wandel. Die Arbeitgeberseite hält dagegen – und die Lage in Sachsen-Anhalt gibt ihr zumindest teilweise Argumente: Seit 2019 hat die Branche im Land mehr als zehntausend Arbeitsplätze verloren. Verhandlungsführer Frank Aschenbach vom Verband der Metall- und Elektroindustrie (VME) warnt, ein hoher Abschluss würde Investitionen weiter ins Ausland treiben und den Stellenabbau beschleunigen. Gerade in den kleinen und mittelständischen Betrieben, die die Industrie im Land prägen, machen Personalkosten einen erheblichen Teil der Gesamtkosten aus.
Zweite Tarif-Runde startet am 27. Oktober
Die IG Metall lässt das nicht gelten. Nicht alle Unternehmen stehen gleichermaßen unter Druck – manche wirtschaften stabil und haben Spielraum. Wer eine Forderung ablehne, schulde eine eigene Antwort. Die blieb bislang aus: kein Gegenangebot, nur Ablehnung. Auch in Niedersachsen startete die Tarifrunde am selben Tag mit demselben Bild.
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Die zweite Runde folgt am 27. Oktober. Ab dem 1. November sind Warnstreiks möglich. Für eine Branche, die seit Jahren Arbeitsplätze verliert und mit hohen Kosten kämpft, wäre ein langer Arbeitskampf ein weiterer Schlag. Aber auch die Beschäftigten haben reale Kaufkraftverluste hinter sich. Beide Seiten wissen, was auf dem Spiel steht. Ob das reicht, um sich zu bewegen, zeigt der 27. Oktober.
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