Die IG Metall hat ihre Forderungen für die anstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie beschlossen, die am 7. Oktober beginnt. Betroffen sind 3,7 Millionen Beschäftigte bundesweit, wobei in Ostdeutschland für nicht einmal ein Fünftel der Betriebe in der Metall- und Elektrobranche der Flächentarif gilt. Immerhin gibt es viele Unternehmen, die sich bei ihren Haustarifen an dem Abschluss orientieren.
Die Gewerkschaft fordert eine Entgelterhöhung von fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Der unterschiedlichen wirtschaftlichen Lage in den Betrieben – von der Krise bei den Automobilzulieferern bis hin zum Boom im Schiffbau und der Rüstungsindustrie – wolle man Rechnung tragen.
Neben der prozentualen Erhöhung fordert die IG Metall eine soziale Komponente, die gezielt Beschäftigte in den unteren Einkommensgruppen entlasten soll. Zudem soll für wirtschaftlich besonders erfolgreiche Unternehmen erstmals eine verbindliche tarifliche Gewinnbeteiligung durchgesetzt werden.
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Bezogen auf die kriselnde Automobilwirtschaft und die Zulieferbetriebe fordert die Gewerkschaft, betriebliche Vereinbarungen zu erleichtern, bei denen etwa Arbeitszeiten vorübergehend abgesenkt werden, anstatt Arbeitsplätze abzubauen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen ausgeschlossen und stattdessen Zukunftstarifverträge vereinbart werden.
Der Zeitplan für die kommenden Verhandlungen ist straff getaktet. Nach dem offiziellen Beschluss des Bundesvorstands starten bereits ab dem 7. Oktober 2026 die regionalen Verhandlungsrunden mit den Arbeitgeberverbänden. Da die Friedenspflicht am 31. Oktober 2026 um 24 Uhr endet, bereitet sich die Gewerkschaft bereits auf eine Eskalation vor. Sollte bis dahin keine Einigung erzielt worden sein, sind ab dem 1. November 2026 die ersten Warnstreiks rechtlich zulässig.
Die Arbeitgeberseite hat das Forderungspaket derweil umgehend zurückgewiesen. Der Dachverband Gesamtmetall bezeichnete die Forderungen angesichts der anhaltenden industriellen Rezession als realitätsfern und forderte stattdessen Maßnahmen zur Senkung der Arbeitskosten.
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