Die Krankenhäuser in Kamenz und Radeberg werden weiter gebraucht. Das stellte Landrat Udo Witschas am Dienstag im Kreisausschuss klar, wie das Landratsamt Bautzen mitteilte. Anlass war eine Analyse der Beratungsfirma Mediqon zur stationären Versorgung im Landkreis. Deren Ergebnisse waren in Kamenz so verstanden worden, dass das dortige Krankenhaus für die Versorgung kaum noch eine Rolle spiele. Witschas wies diese Lesart zurück: Das Gutachten enthalte keine politische Bewertung einzelner Standorte und keine Handlungsempfehlungen.
Gutachter Dirk Elmhorst stellte sich den Fragen der Kreisräte. Seine Analyse stützt sich auf Vergleichsdaten anderer Regionen und auf die von den Kliniken selbst veröffentlichten Zahlen mit Stand 2024. Versorgungslücken im Landkreis sieht er derzeit nicht; die Versorgung werde vor allem von den Schwerpunktversorgern in Bautzen und Hoyerswerda getragen. Künftig würden weniger Patienten stationär behandelt, dafür wachse der ambulante Bereich. Bei kleinen Fallzahlen, zunächst bei bestimmten Krebsoperationen, werde der Druck durch Mindestmengen steigen. Fiele einer der beiden großen Standorte weg, könnte es etwa zwischen Kamenz und Königsbrück Probleme mit den Fahrzeiten geben, die für manche Leistungen bei 30 oder 40 Minuten liegen.
Geburtsstation Kamenz schließt zum 31. Dezember
Die Geburtsstation in Kamenz wird zum 31. Dezember geschlossen; die Klinikführung hatte das Ende September angekündigt. Eine Unterversorgung lasse sich aus den Fallzahlen nicht ableiten, sagte Elmhorst. Alternativen für Schwangere sollen nun mit dem Sächsischen Hebammenverband und den Oberlausitz-Kliniken geprüft werden. Kamenz’ Oberbürgermeister Michael Preuß berichtete von vielen Anrufen besorgter Bürger und forderte, die Versorgung im Westen des Landkreises nicht unter Druck geraten zu lassen.
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Witschas verwies darauf, dass die Krankenhausplanung beim Freistaat liegt und am Ende entscheidet, welche Leistungen bezahlt werden. Bei geringen Versorgungsanteilen und gut erreichbaren Nachbarkliniken sei ein Sicherstellungszuschlag für einen Standort schwerer zu begründen. Ende November soll eine Regionalkonferenz die Debatte fortsetzen.
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