Die Stadtverwaltung Rostock hat Beschwerde gegen die Baugenehmigung für eine Erweiterung der Erdbeeranlagen des Unternehmers Robert Dahl eingereicht. Auf einer zusätzlichen Fläche von 40 Hektar nahe der Gemeinde Rövershagen plant der Karls-Chef den Anbau von Erdbeeren unter Folientunneln. Da das Gebiet im Landkreis Rostock liegt, ist dieser für die Genehmigung zuständig. Nach Angaben gegenüber dem NDR hat sich die Stadtverwaltung zusätzlich an das Innen- sowie das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns gewandt.
Im Zentrum der Kritik steht der Umgang mit dem Regenwasser. Die Erdbeerpflanzen sollen auf sogenannten Stellageanlagen in einer Höhe von 1,30 Metern unter Folie wachsen. Das auf die Folie treffende Regenwasser wird aufgefangen und in Behälter geleitet, sodass auf der betroffenen Fläche kein Niederschlag mehr den Boden erreicht.
Diese Methode hatte bereits der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) beanstandet. Demnach gehe der Region Wasser verloren, da die Grundwasserneubildung und die Wasserzufuhr für umliegende Bäche und Feuchtbiotope verhindert werde.
Sorge um geschwächten Waldbestand
Die Stadtverwaltung befürchtet Folgen für die unmittelbar an die geplanten Anlagen grenzende Rostocker Heide. Der Wald sei bereits durch die vergangenen Trockenjahre vorbelastet, so eine Sprecherin der Stadt: „Die Rostocker Heide ist bereits geschädigt, die Trockenjahre haben dem Bestand zugesetzt.“ Werde dem Gebiet nun zusätzlich Wasser entzogen, drohe nach Einschätzung der Stadt ein dauerhafter Verlust von Waldbereichen.
Dahl verweist auf Wassermanagement
Firmenchef Robert Dahl weist die Bedenken zurück. Gegenüber dem NDR erklärte der 55-Jährige, in den Anlagen sei ein Wassermanagement vorgesehen, von einer „Versiegelung der Fläche“ könne daher nicht gesprochen werden. Bereits im Vorfeld seien zudem Ausgleichsmaßnahmen genehmigt worden.
Die angekündigte Prüfung sieht Dahl ohne Besorgnis entgegen. Sowohl die Stadt als auch der BUND hätten sich seiner Einschätzung nach noch nicht ausreichend mit dem Konzept auseinandergesetzt. Er geht davon aus, dass die Kritik zurückgehen werde, sobald die Funktionsweise der Anlage verstanden sei.
Bis zum Abschluss der Prüfung der eingereichten Beschwerden darf das Projekt fortgeführt werden.
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