Brandenburger Haushalte müssen sich im kommenden Jahr auf höhere Netzentgelte beim Gas einstellen. Nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox steigen die Gebühren für die Nutzung der Gasnetze im Land um rund vier Prozent. Für eine Familie im Einfamilienhaus bedeutet das rechnerisch Mehrkosten von rund 23 Euro im Jahr, wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb24) berichtet.
Grundlage sind die bislang veröffentlichten Daten der Verteilnetzbetreiber. Brandenburg liegt damit über dem Bundesdurchschnitt. Zusammen mit Berlin, Hamburg und Rheinland-Pfalz gehört das Land laut Verivox zu den Regionen mit besonders starken Anstiegen.
Stromnetzentgelte in Brandenburg sinken leicht
Beim Strom könnten die Netzentgelte in Brandenburg dagegen um rund ein Prozent sinken. Für einen Drei-Personen-Haushalt wäre das eine Ersparnis von wenigen Euro im Jahr. Bundesweit und in Berlin erwartet Verivox beim Strom hingegen steigende Netzentgelte.
Netzentgelte machen laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) beim Gas etwa ein Fünftel, beim Strom etwa ein Viertel des Preises für Haushaltskunden aus. Über sie wird unter anderem der Ausbau der Netze finanziert.
Gaspreise in Brandenburg bleiben hoch
Die höheren Netzentgelte treffen auf ein bereits hohes Preisniveau. Nach dem amtlichen Gaspreisindex sind die Gaspreise für private Haushalte in Brandenburg seit 2020 stark gestiegen und erreichten 2024 ihren bisherigen Höchststand. 2025 gingen sie leicht zurück, lagen aber noch rund 88 Prozent über dem Niveau von 2020.
Einen Anhaltspunkt liefert der Preisspiegel des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU). Er setzte den durchschnittlichen Gaspreis für sein Modellhaus in Brandenburg zum 1. Januar 2026 mit knapp 10,7 Cent je Kilowattstunde an, etwas weniger als in den beiden Vorjahren. Die tatsächlichen Preise unterscheiden sich je nach Ort und Anbieter deutlich.
Warum die Netzentgelte 2027 steigen
Als einen Grund für steigende Netzgebühren nennt Verivox die Kürzung des Bundeszuschusses zu den Übertragungsnetzkosten um knapp eine Milliarde Euro. Diese Kosten werden an die regionalen Verteilnetzbetreiber weitergereicht und landen schließlich auf der Stromrechnung.
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Beim Gas rechnet das Portal wegen gestiegener Großhandelspreise infolge des Iran-Kriegs insgesamt mit höheren Preisen. Beim Strom hänge die Entwicklung davon ab, inwieweit Versorger gestiegene Beschaffungskosten noch ausgleichen können.
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