Lauterbach: Bald mehr Corona-Impfdurchbrüche sichtbar
Er gehe davon aus, dass fünf Prozent der erkrankten Kinder unter Long-Covid-Symptomen leiden könnten, sagte Lauterbach. Angesichts stark steigender Fallzahlen brauche es eine Grundsatzentscheidung: „Entweder wir entschließen uns, die Inzidenzen weiter zu begrenzen, dann wären unpopuläre Maßnahmen nötig. Oder wir ignorieren die Inzidenzzahlen künftig weitgehend, dann geben wir den Schutz der Ungeimpften auf.“
Nach Ansicht Lauterbachs wäre eine „Durchseuchung der Bevölkerung“ die Folge. „Dahinter steht die Haltung: Wer krank wird, ist selber schuld“, kritisierte der SPD-Politiker.
Spahn will Hospitalisierungsquote als neuen Corona-Richtwert einführen
Aktueller Hintergrund der Debatte um die Bedeutung der Inzidenzwerte ist die geplante Abkehr von der 50er-Inzidenz als zentralem Maßstab in der Pandemie-Bekämpfung. Die Bundesregierung will diesen Wert nach eigenen Angaben aus dem Infektionsschutzgesetz streichen. Bislang dient er als eine zentrale Schwelle für die Einführung von Schutzmaßnahmen und Beschränkungen.
Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) soll die sogenannte Hospitalisierungsquote als wichtiger neuer Richtwert eingeführt werden. Diese gibt an, wie viele Menschen binnen sieben Tagen in Kliniken eingeliefert werden.
Studie aus Israel: Genesene sind besser geschützt als Geimpfte
Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt aktuell wieder stark an. Am Dienstag lag sie bei 58, am Montag waren es 56,4. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.
Lauterbach forderte angesichts der steigenden Zahlen weitere Corona-Maßnahmen. „Nur weil Wahlkampf ist, sollten wir uns nicht vom Schutz der Menschen verabschieden“, sagte der SPD-Politiker. Er plädierte dafür, „mit juristischem Fingerspitzengefühl an einer 2G-Lösung zu arbeiten“: Zu Clubs, den Innenräumen von Restaurants oder Fitnessstudios sollten dann bei hohen Inzidenzen nur Geimpfte oder Genesene Zutritt haben.
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