Kremlchef Wladimir Putin beschuldigt den Westen, Russland „auseinanderreißen“ zu wollen. In einem Interview, das am Sonntag im Staatsfernsehen ausgestrahlt werden sollte, sagte Putin: „Der Kern des Ganzen ist die Politik unserer geopolitischen Gegner, die darauf abzielt, Russland, das historische Russland, zu zerreißen.“ Sie hätten „immer versucht, ‚zu teilen und zu erobern‘“. Sein Ziel sei „etwas anderes – das russische Volk zu vereinen“.
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Russland zu Verhandlungen bereit
Putin rechtfertigt die seit zehn Monaten andauernde Offensive in der Ukraine mit dem Konzept des „historischen Russlands“, wonach Ukrainer und Russen ein Volk seien. „Wir handeln in die richtige Richtung, wir schützen unsere nationalen Interessen, die Interessen unserer Bürger, unseres Volkes“, sagte Putin. Er warf Kiew und dem Westen vor, im Gegensatz zu Moskau nicht zu Verhandlungen bereit zu sein.
„Wir sind bereit, uns mit allen Beteiligten des Prozesses auf irgendwelche annehmbaren Lösungen zu einigen. Aber das ist deren Sache. Nicht wir lehnen Verhandlungen ab, sondern sie“, sagte Putin. Er hatte den Krieg vor zehn Monaten am 24. Februar begonnen.
Dagegen werfen die USA, andere westliche Staaten und vor allem die Ukraine Russland vor, nicht ernsthaft verhandeln zu wollen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat immer wieder gesagt, den Krieg auf dem Schlachtfeld entscheiden zu wollen. Verhandlungen könne es nur geben, wenn Russland seine Truppen aus der Ukraine abziehe.
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Putin zu Patriot: „Natürlich werden wir es zerstören, 100 Prozent!“
Putin bekräftigte zudem, das der Ukraine von den USA versprochene moderne Luftabwehrsystem vom Typ Patriot zu vernichten. „Natürlich werden wir es zerstören, 100 Prozent!“, sagte Putin in Bezug auf das System, dessen Lieferung dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei dessen Besuch Mitte der Woche in Washington von US-Präsident Joe Biden zugesagt worden war.
Putin reagierte in dem Interview auf die Frage, ob nicht inzwischen eine gefährliche Linie in dem Konflikt mit dem Westen erreicht sei. Das wies Putin zurück. Es gebe keine andere Option, Russland habe bereits seit 2014 versucht, den Konflikt friedlich zu lösen. Moskau sieht die westlichen Staaten – allen voran die USA – wegen der Waffenlieferungen an die Ukraine als Kriegspartei. Putin warf dem Westen zudem erneut vor, 2014 den Sturz des damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch herbeigeführt zu haben.
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