Bombenentschärfung

500-Kilogramm-Bombe in Oranienburg wird entschärft – 4700 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen

In Brandenburg werden häufig Bomben entdeckt und entschärft. Der Einsatz am Mittwoch ist dennoch etwas Besonderes.

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Im Oranienburger Ortsteil Lehnitz soll eine 500 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe entschärft werden.

Im Oranienburger Ortsteil Lehnitz soll eine 500 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe entschärft werden.

© Friso Gentsch/dpa

Die Stadtverwaltung Oranienburg hat für die Entschärfung einen Sperrkreis mit einem Radius von etwa 1000 Metern um den Fundort eingerichtet. Rund 4700 Menschen müssen den Bereich bis zum Abschluss der Arbeiten verlassen.

Betroffen sind neben Wohnhäusern zahlreiche Einrichtungen: die Grundschule, die Kita und der Hort Lehnitz, die Frieda-Glücksmann-Oberschule, das Friedrich-Wolf-Haus als Senioreneinrichtung für altersgerechtes Wohnen, eine Gemeinschaftsunterkunft sowie ein Abschnitt des Oder-Havel-Kanals. Auch der S-Bahnhof Lehnitz und die Gleisanlagen zwischen den S-Bahnhöfen Lehnitz und Borgsdorf liegen im Sperrkreis.

Nach Angaben einer Sprecherin der Oranienburger Stadtverwaltung ist der Fund vom Umfang her ungewöhnlich: „500 Kilogramm haben wir schon lange nicht mehr gehabt.“ Die letzte Bombe dieser Größenordnung sei 2024 entschärft worden, davor 2020. In beiden Fällen konnte der Zünder herausgedreht werden. Die aktuelle Bombe wurde im Rahmen der systematischen Kampfmittelsuche geortet.

Erhebliche Einschränkungen im Bahnverkehr

Zwischen 8.00 und 10.00 Uhr fahren die S-Bahnen zunächst regulär, halten jedoch nicht am S-Bahnhof Lehnitz. Anschließend verkehrt die Linie S1 laut Stadtverwaltung nur noch bis und ab Birkenwerder; auch der Bahnhof Borgsdorf wird während des Sperrkreises nicht mehr bedient. Ab etwa 9.30 Uhr richtet die S-Bahn einen Busnotverkehr zwischen Oranienburg und Birkenwerder ein.

Die Regionalbahnen sollen bis 10.00 Uhr fahren, danach wird der Regionalbahnverkehr bis zum Ende der Entschärfung unterbrochen. Es sollen Ersatzfahrpläne gelten.

Oranienburg als bundesweiter Sonderfall

Die Region gilt als besonders stark mit Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg belastet. Aufgrund spezifischer Bodenverhältnisse in Oranienburg detonierten damals viele Bomben nicht, sodass bis heute eine hohe Zahl nicht explodierter Sprengkörper im Boden vermutet wird. Ein Sprecher des Innenministeriums erklärte vor einiger Zeit, dass bundesweit keine Region so stark mit Bomben mit chemischen Langzeitzündern belastet sei wie Oranienburg. Solche Zünder gelten als besonders heikel, weil sie durch chemische Prozesse noch immer auslösen können.

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