BALI/BERLIN. Auf der Weltklimakonferenz in Bali ist ein erster konkreter Erfolg erzielt worden: Vereinbart wurde gestern ein Finanzfonds, um den Entwicklungsländern bei der Bewältigung des Klimawandels zu helfen. Die Gelder summieren sich auf 500 Millionen Dollar bis zum Jahre 2012 und sollen treuhänderisch von der Weltbank verwaltet werden. Mit dem Geld sollen zum Beispiel höhere Dämme oder sturmsicherere Häuser gebaut werden. Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) sprach von einem "wichtigen Schritt, um auf den Klimawandel zu reagieren." Sie kündigte zugleich zusätzliche Hilfen durch die Bundesregierung an.Finanziert werden soll der Fonds durch eine zweiprozentige Abgabe auf Erlöse aus Klimaschutzprojekten, die im Rahmen des Emissionshandels angeschoben werden. Diese werden überwiegend von Industrieländern bezahlt. An der Verteilung der Gelder sind die Industrie- und Entwicklungsländer gleichermaßen beteiligt.Streit um Schutz von WäldernUmweltschützer zeigten sich zufrieden mit dem Beschluss. "Wir begrüßen den Fonds ausdrücklich", sagte Tobias Münchmeyer von der Umweltorganisation Greenpeace dieser Zeitung. Die Verteilung der Gelder sei gut geregelt. Zwar sei das avisierte Finanzvolumen in den ersten Jahren noch relativ gering. Wichtiger sei jedoch, dass die Hilfen nun überhaupt in Gang kämen. "Wir gehen davon aus, dass in den Jahren nach 2012 deutlich mehr Geld für die Entwicklungsländer zur Verfügung stehen wird." Insbesondere kleinere Inselstaaten und Länder an großen Flussdeltas, wie etwa Bangladesch, seien durch die Folgen des Klimawandels in ihrer Existenz bedroht.Derweil traf gestern der deutsche Verhandlungsführer, Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), auf Bali ein. Vor dem Beginn der hochrangigen Ministergespräche betonte er, dass noch schwierige Verhandlungen bevorstünden. "Ich glaube, dass es in den nächsten Stunden und Tagen zu erheblichen Konflikten kommen wird", betonte Gabriel. Dabei geht es unter anderem darum, wie konkret schon heute Minderungsziele vereinbart werden können. Während Gabriel und die EU das Ziel durchsetzen wollen, die Emissionen bis 2020 um 25 bis 40 Prozent zu reduzieren, sind die USA gegen eine solche Festlegung. Nach Angaben von Greenpeace zeigen sich bislang auch Japan, Russland und Australien skeptisch.Tiefgreifende Meinungsunterschiede gibt es auch mit den Erdölförderländern. So beharrt etwa Saudi-Arabien darauf, dass die wissenschaftlichen Berichte des Weltklimarates der Uno nicht zur Kenntnis genommen werden sollten. Der Rat hatte für seine eindringlichen Warnungen vor der Erderwärmung erst am Montag den Friedensnobelpreis verliehen bekommen.Strittig sind auch noch die Bedingungen für die von den Entwicklungs- und Schwellenländern gewünschten Technologietransfer. So sollen etwa moderne Kraftwerke dazu beitragen, die Emissionen zu senken. Offen ist auch noch, wie der Schutz von Regenwäldern gesichert werden kann. Diese tragen als Kohlendioxidspeicher erheblich zum Klimaschutz bei.------------------------------Foto: Heidemarie Wieczorek-Zeul
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