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„Abriss oder Denkmal?“ – um dieses Berliner DDR-Symbol wird jetzt wieder gestritten

Am Tag des offenen Denkmals öffnen viele Häuser ihre Pforten. Am SEZ kämpft eine Initiative darum, dass der einstige Prestigebau erhalten bleibt und zum Denkmal erklärt wird.

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Regelmäßig demonstriert die Initiative „SEZ für alle“ gegen den Abriss des DDR-Prestigebaus.

Regelmäßig demonstriert die Initiative „SEZ für alle“ gegen den Abriss des DDR-Prestigebaus.

© Henk Hogerzeil/Berliner Zeitung

Es steht noch immer an der Landsberger Allee Ecke Danziger Straße in Friedrichshain – das riesige Sport- und Erholungszentrum (SEZ). Ein Bauzaun versperrt den Haupteingang. Bagger sollen schon bereitstehen für einen Abriss – einen Abriss, den viele Menschen nicht wollen. Vielmehr, so die Forderung der Initiative „SEZ für alle“, solle das einstige Symbol der Ostmoderne, unter Denkmalschutz gestellt werden.

Deswegen präsentiert sich die Initiative das SEZ am kommenden Sonntag zum Tag des offenen Denkmals – wenn auch nicht von innen. „Hinein dürfen wir leider nicht“, sagt Susanne Lorenz, die sich schon lange für den Erhalt des einstigen DDR-Prestigebaus engagiert.

Der Komplettabriss sei zwar vorerst vom Tisch, aber das bedeute nicht, dass der Bau gesichert sei, sagt Lorenz. „Wir fordern, dass das gesamte Ensemble endlich unter Denkmalschutz gestellt wird und es ein neues, offenes und transparentes Verfahren zur Zukunft des SEZ gibt und der Bau erhalten bleibt“, erzählt sie.

Darauf wolle man am Sonntag ab 14 Uhr an der Landsberger Allee Ecke Danziger Straße bei einer Kundgebung noch einmal aufmerksam machen. Man habe eine kleine Ausstellung vorbereitet. Unter anderem werde auch Günter Reiß, der Architekt des Sport- und Erholungszentrums, erwartet. Nach den Plänen des Senats soll das SEZ abgerissen und auf dem Areal Hunderte neue Wohnungen entstehen.

Es ist nicht der einzige Prestigebau, der am Tag des offenen Denkmals Besucher erwartet. 350 Denkmale aus allen Bezirken Berlins öffnen am kommenden Wochenende ihre Türen. Viele davon seien sonst nicht öffentlich zugänglich, teilt das Landesdenkmalamt Berlin mit. Das Motto der Veranstaltung lautet in diesem Jahr „NetzWerke: Denkmale & Infrastruktur“. 

Führungen gibt es beispielsweise im Kino International an der Karl-Marx-Allee in Mitte. Das 1963 erbaute Premierenkino der DDR, ein „herausragendes Beispiel sozialistischer Moderne“, wurde nach einer 18-monatigen Sanierung gerade erst wieder geöffnet. Wer bei einer baugeschichtlichen Führung dabei sein will, muss sich jedoch anmelden unter www.yorck.de.

Ein Fassadenstück für das Wohnzimmer

Am Sonnabend könnten von 12 bis 17 Uhr Interessierte hinter die Kulissen der Staatsoper in Mitte schauen. Nur mit Anmeldung (bis Freitag unter [email protected]) werden am Sonnabend um 9.15 Uhr und um 10.30 Uhr einstündige Führungen durch das Kammergericht in Schöneberg angeboten. In dem historischen Gebäude gibt es mehr als 500 Räume, in denen unter anderem die Schauprozesse des Volksgerichtshofes stattfanden.

Auch ungewöhnliche denkmalgeschützte Häuser, die heute in Privathand sind, stellen sich vor – etwa die Inspektor-Villa, die ehemalige Verwaltung des Krematoriums Wedding. Die 1865 errichtete Leichenhalle des städtischen Friedhofs in der Gerichtsstraße ist das Kernstück des Gebäudes. Zwar ist das Bauwerk am Sonntag nicht zugänglich, aber von 11 bis 16 Uhr erwarte die Besucher im Garten eine Fotoausstellung über die Geschichte des Gebäudes und ein Flohmarkt.

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Geführt wird dagegen am Sonntag durch die Kongresshalle am Alexanderplatz – sie entstand mit dem Haus des Lehrers Anfang der 1960er-Jahre. 30 Jahre später wurde die Kongresshalle unter Denkmalschutz gestellt. Auffallend ist die glänzende Aluminiumkuppel. Historische Hausrundgänge werden ab 10 Uhr alle 30 Minuten angeboten. Sie dauern 45 Minuten. Die letzte Besichtigung startet um 14.30 Uhr.

Am Sonnabend können sich Architekturinteressierte von 10 bis 18 Uhr das Detlev-Rohwedder-Haus anschauen, benannt nach dem einstigen Präsidenten der Treuhandanstalt, der 1991 ermordet wurde. 1934 bis 1936 wurde das Gebäude unter Hermann Göring als Reichsluftfahrtsministerium errichtet. Heute ist es Sitz des Bundesfinanzministeriums. Geplant sind Führungen und Gespräche. Gefeiert wird auch das 75-jährige Bestehen des Berliner Zolls – mit Kinderprogramm. Anmeldungen unter www.bundesfinanzminiserium.de/denkmal sind erforderlich.

Wer ein Stück Klinikum Benjamin Franklin fürs Wohnzimmer erwerben möchte, der sollte am Sonnabend von 12 bis 14 Uhr am Hindenburgdamm 30 erscheinen. Die Spenden werden für die Rekonstruktion der Screenfassade eingesetzt. Das Klinikum in Steglitz galt einst als modernster Krankenhausneubau Europas.

Im Schloss Biesdorf werden an beiden Tagen jeweils von 10 bis 18 Uhr Geschichten über Park und Schloss erzählt. Dazu wird es auch jeweils um 13 Uhr eine Führung geben. Los geht es am Eingang des Schlosses. Die spätklassizistische Turmvilla wurde 1868 nach Plänen des Königlichen Baurates Heino Schmieden errichtet.

Das Programm des Wochenendes steht unter www.berlin.de/landesdenkmalamt/veranstaltungen/tag-des-offenen-denkmals/

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