Sicherheit

Abzug sämtlicher US-Bomber von britischer Basis: Iran soll Angriff geplant haben

Ein möglicher iranischer Drohnenangriff soll den eiligen Abzug von zwölf US-Bombern ausgelöst haben. Berichte nennen neue Details zum mutmaßlichen Plan.

4 Min
Ein B-1-Lancer-Bomber startet in Fairford. Die USA haben ihre dort stationierten Bomber wegen einer möglichen iranischen Bedrohung abgezogen.

Ein B-1-Lancer-Bomber startet in Fairford. Die USA haben ihre dort stationierten Bomber wegen einer möglichen iranischen Bedrohung abgezogen.

© Dreamstime Soundarde/imago

Die USA haben ihre zwölf B-1-Bomber nach US-Medienberichten wegen eines möglichen iranischen Drohnenangriffs vom britischen Luftwaffenstützpunkt RAF Fairford abgezogen. Amerikanische und britische Beamte sagten der New York Times, die Revolutionsgarden hätten einen Angriff angeordnet, der Flugzeuge zerstören und US-Personal töten sollte. Die Maschinen kehrten am Wochenende in die Vereinigten Staaten zurück. 

Der mutmaßliche Drohnenangriff sei Teil eines umfassenderen Plans gegen die Basis in Gloucestershire gewesen, berichtete die Zeitung. Die Informanten äußerten sich wegen der sensiblen Einsatzinformationen anonym. Öffentlich vorgelegte Belege für einen solchen Plan fehlen bislang.

Sorge vor Angriff nach ukrainischem Vorbild

Nach Angaben des Wall Street Journal soll eine Einheit der Revolutionsgarden britische Staatsbürger für einen mehrstufigen Anschlagsplan angeworben haben. Dieser habe auch ein Ablenkungsmanöver in der Nachbarschaft der Basis vorgesehen. US-Militärvertreter in Europa seien Ende September zudem über eine mögliche Autobombe informiert worden.

Britische Beamte mahnten dem Bericht zufolge jedoch zur Vorsicht: Iran stelle zwar eine Bedrohung dar, doch gebe es keine Belege dafür, dass Teheran eine derart komplexe Operation gegen Fairford durchführen könne.

Nach Angaben der New York Times vermuteten einige Beamte, der Plan habe sich an einem ukrainischen Angriff auf russische Militärflugplätze im Jahr 2025 orientiert. Damals wurden Drohnen ins Landesinnere geschmuggelt und aus Lastwagen gestartet. Mehrere strategische Bomber wurden zerstört oder beschädigt.

Abzug erfolgte offenbar hastig

Zwei US-Beamte bestätigten auch dem Sender NBC, dass die mögliche iranische Drohnenattacke ein Grund für den Abzug gewesen sei. Ob ein Angriff unmittelbar bevorstand, konnten sie nicht sagen. Einige Bomber waren erst kurz zuvor im Rahmen eines regulären Austauschs eingetroffen.

Die Rückverlegung erfolgte laut New York Times so kurzfristig, dass einige Maschinen bereits starteten, während die Unterstützung durch Tankflugzeuge noch organisiert wurde. Neue Informationen hätten die Sorge der Kommandeure am Wochenende verschärft. Erste Warnungen vor einem möglichen iranisch unterstützten Angriff habe es bereits Mitte September gegeben.

Trump bestätigt Bedrohung

US-Präsident Donald Trump begründete den Abzug am Montag mit Bedrohungen. „Warum sollten wir sie dort lassen?“, sagte er laut AFP vor Journalisten. Die mutmaßlichen Urheber brachte er mit Iran in Verbindung. Ob es um Angriffsdrohnen ging, wollte er nicht bestätigen. Vizepräsident JD Vance erklärte laut New York Times, die Flugzeuge seien aus Vorsicht zum Schutz des Personals verlegt worden.

Das Pentagon bestätigte die Rückkehr aller in Fairford stationierten US-Bomber. Sie könnten weiterhin weltweit eingesetzt werden, auch direkt von den USA aus. Die britische Regierung bezeichnete die Basis weiterhin als sicher.

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Ermittlungen dauern an

Am 27. September hatte die Polizei fünf Männer nahe Fairford festgenommen. Drei verdächtige Fahrzeuge wurden untersucht, rund 85 Haushalte vorsorglich evakuiert. Fachleute fanden Benzin, aber keine Sprengsätze. Die Männer kamen unter Auflagen frei.

Auch ein später festgenommener britisch-iranischer Doppelstaatsbürger wurde freigelassen, wie die britische Antiterrorpolizei am 3. Oktober mitteilte. Die Ermittlungen dauern an.

Ob die Verdächtigen mit dem berichteten Drohnenplan zusammenhängen, ist öffentlich nicht geklärt. Auch US-Außenminister Marco Rubio wollte den Abzug der Bomber nicht unmittelbar mit den Festnahmen nahe dem Stützpunkt verknüpfen.

Premierminister Andy Burnham hatte von starken Hinweisen auf eine iranische Beteiligung gesprochen. Teheran weist die Vorwürfe zurück. Die Revolutionsgarden hatten zuvor erklärt, Basen, von denen Angriffe auf Iran ausgingen, seien legitime Ziele. Fairford wurde für amerikanische Bombereinsätze gegen Iran genutzt.

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