Die AfD behält ihren großen Abstand zur CDU in Sachsen-Anhalt einer neuen Umfrage zufolge weiterhin bei. Im Sachsen-Anhalt-Trend von Infratest dimap im Auftrag der ARD kommt die Partei auf 42 Prozent – fast doppelt so viel wie die CDU mit 22 Prozent.
Damit liegt die AfD in der Umfrage zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt weiterhin klar vorn. Gewählt wird am sechsten September. Wer am Ende die Regierung stellt, entscheidet sich womöglich aber nicht allein am Ergebnis der stärksten Partei – sondern an der Frage, welche kleineren Parteien es überhaupt in den Landtag schaffen.
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Was die aktuelle Umfrage zu Sachsen-Anhalt zeigt
Der Sachsen-Anhalt-Trend von Infratest dimap zeichnet ein klares Bild an der Spitze:
Aktuelle Umfrage zur Landtagswahl: So schneiden die Parteien ab
- AfD: 42 Prozent
- CDU: 22 Prozent
- Linke: 11 Prozent
- SPD: 8 Prozent
- Grüne: 6 Prozent
- BSW: 4 Prozent
- FDP: 3 Prozent
- Sonstige: 4 Prozent
Nach diesen Zahlen würden die Grünen knapp in den Landtag einziehen. BSW und FDP verfehlten dagegen die Fünf-Prozent-Hürde.
AfD verdoppelt, CDU verliert – der Vergleich zu 2021
Wie groß die Verschiebung ist, zeigt der Blick auf die vergangene Landtagswahl. 2021 holte die CDU noch 37,1 Prozent, die AfD kam auf 20,8 Prozent.
Seither hat die AfD ihren Stimmenanteil in den Umfragen verdoppelt. Die CDU hat rechnerisch mehr als ein Drittel ihrer Wähler verloren.
Warum 42 Prozent nicht für eine absolute Mehrheit reichen müssen
Ein hoher Umfragewert bedeutet nicht automatisch eine Mehrheit der Sitze im Landtag. Entscheidend ist, wie viele kleine Parteien an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
Zögen SPD und Grüne in den Landtag ein, erreiche die AfD auch mit 42 oder 43 Prozent keine absolute Mehrheit der Sitze. Anders sähe es aus, wenn beide Parteien den Sprung ins Parlament verpassten.
Linke stellt der CDU Bedingungen für Zusammenarbeit
Damit rückt die Frage nach möglichen Bündnissen in den Vordergrund. Die Linke hat der CDU in Sachsen-Anhalt Bedingungen für eine Kooperation gestellt.
„Wir werden mit niemandem zusammenarbeiten, der am Ende AfD-Politik umsetzen will“, sagte die Linke-Fraktionschefin Heidi Reichinnek, die selbst aus dem Bundesland stammt.
Ihre Forderungen müssten sich „klar im Haushalt niederschlagen, denn dort wird es für den Alltag der Menschen konkret“, sagte sie laut C1 der Augsburger Allgemeinen.
Den Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU kritisierte sie scharf: „Dass die Union ihre Brandmauer zur Linken weiter hochzieht, während sie die zur AfD Stück für Stück zertrümmert, sagt ja auch eine Menge über diese Partei aus.“
Vorbild Sachsen: der Konsultationsmechanismus
Als Modell nannte Reichinnek das Nachbarland Sachsen. Dort arbeitet die CDU-Minderheitsregierung von Ministerpräsident Michael Kretschmer in einem Konsultationsmechanismus mit allen Landtagsparteien zusammen – außer mit der AfD.
Auf Landesebene führt Eva von Angern die Linke in den Wahlkampf. Die Fraktionschefin im Magdeburger Landtag zeigte sich offen für Gespräche mit der CDU, zog beim Thema Migration aber eine Grenze.
Warum die CDU eine Koalition mit der Linken ausschließt
Rechnerisch könnte Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) nach der Wahl auf eine Tolerierung durch die Linke angewiesen sein. Eine Koalition mit ihr schließt er bislang aus. Unionsfraktionschef Thorsten Frei bekräftigte zuletzt: „Mit Blick auf die AfD und die Linkspartei gilt der Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU.“
Anders sieht das Nico Elsner, JU-Chef in Sachsen-Anhalt. Im Podcast der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sprach er sich für eine Zusammenarbeit mit der AfD aus, eine gemeinsame Koalition lehnt er ab. „Eine richtige Sache wird nicht falsch, nur weil die Falschen zustimmen“, sagte er.
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