Für die AfD sind sie ein Auslaufmodell. Nach der Landtagswahl will die Partei die bisherigen Integrationslotsen abschaffen und durch „Remigrationslotsen“ ersetzen. Nun legt die Stadt Magdeburg erstmals konkrete Zahlen dazu vor, wie viele der ehrenamtlichen Helfer im Einsatz sind, wen sie betreuen und was das kostet.
Im vergangenen und diesem Jahr waren demnach im Schnitt jeden Monat knapp über 30 Integrationslotsen in Magdeburg tätig. Sie begleiteten monatlich rund 92 Einzelpersonen und 31 Familien.
Das gesamte Projekt kostete 2025 rund 32.500 Euro. Bezahlt wird es vollständig vom Land Sachsen-Anhalt. Fast die gesamte Summe floss dabei in die Aufwandsentschädigungen der ehrenamtlichen Helfer.
Die meisten Integrationslotsen erhielten dafür pauschal 80 Euro im Monat. Fünf wurden nach einzelnen Einsätzen bezahlt. Diese Vergütung sei nur angefallen, wenn es tatsächlich einen entsprechenden Einsatz gegeben habe, teilte die Stadt auf Anfrage dieser Zeitung mit.
Was machen die Integrationslotsen?
Besonders häufig helfen die Lotsen laut Stadt bei der Kommunikation mit Behörden, beim Deutschlernen sowie beim Zugang zu Kita und Schule. Auch bei der Suche nach Praktika, Ausbildungsstellen und Arbeitsplätzen sollen sie Zugewanderte unterstützen. Hinzu kommt die Vermittlung in Sportvereine und anderes freiwilliges Engagement.
Dabei gehe es um „Hilfe zur Selbsthilfe“, so die Stadt. Die Ehrenamtlichen sollen den von ihnen begleiteten Menschen unter anderem erklären, wie Verfahren und Regeln funktionieren, und bei kulturellen Fragen des Zusammenlebens vermitteln.
Der Aufgabenkatalog des Landes sieht auch Hilfe bei Arztbesuchen, der Wohnungssuche, Hausaufgaben oder Vertragsangelegenheiten vor. Selbst Unterstützung beim Einkaufen ist ausdrücklich vorgesehen.
AfD könnte Integrationslotsen nach Wahlsieg abschaffen
Wie häufig solche Tätigkeiten in Magdeburg tatsächlich vorkommen, bleibt allerdings offen. Auf die konkrete Frage nach Einkaufshilfe, Hausaufgaben, Freizeitaktivitäten, Familiennachzug und Vertragsangelegenheiten nannte die Stadt keine Zahlen.
Die neuen Zahlen zeigen zumindest, in welcher Größenordnung das Programm in der Landeshauptstadt arbeitet. Der Haushaltsansatz für 2025 hatte noch bei 50.000 Euro gelegen. Tatsächlich wurden davon rund 32.500 Euro benötigt. Nach Angaben der Stadt wurde der Ansatz für dieses Jahr deshalb stärker an den tatsächlichen Ausgaben orientiert.
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Politisch steht das Angebot ohnehin zur Disposition. Die AfD will die Integrationslotsen nach einem Wahlsieg nicht fortführen. Die dafür im Land vorgesehenen 600.000 Euro jährlich sollen stattdessen in „Remigrationslotsen“ fließen und damit Teil der von der Partei angekündigten Rückkehr- und Abschiebepolitik werden. Das bestehende Lotsenprogramm könnte eine neue Landesregierung grundsätzlich abschaffen: Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, sondern beruht auf einer Förderrichtlinie des Sozialministeriums.
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