In Mecklenburg-Vorpommern haben im Jahr 2025 insgesamt 9959 Menschen eine Suchtberatungsstelle aufgesucht – entweder wegen eigener Probleme oder als Angehörige von Betroffenen. Das geht aus dem Landessuchtbericht 2025 hervor, der heute vorgestellt wurde. Mit Abstand häufigster Grund war der Konsum von Alkohol: 5287 Klienten wurden deswegen betreut.
Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) betonte, dass hinter jeder Zahl ein Mensch stehe, der mit seiner Abhängigkeit kämpfe, sowie häufig eine ganze Familie, die mitleide. Sucht sei kein persönliches Versagen. Betroffene müssten ohne Vorurteile unterstützt werden, zugleich gelte es zu verhindern, dass aus riskantem Konsum eine Abhängigkeit werde.
Birgit Grämke, Geschäftsführerin der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen (LAKOST), wies darauf hin, dass die Fallzahlen beim Alkohol erstmals seit 2019 wieder gestiegen seien. Zunahmen verzeichneten die Beratungsstellen auch bei Stimulanzien, Kokain, Mehrfachkonsum, exzessiver Mediennutzung und Glücksspiel. Das Durchschnittsalter von Menschen mit Kokainproblemen sank laut Grämke binnen eines Jahres von 41,9 auf 36,1 Jahre.
Tausende Kinder in suchtbelasteten Familien
Besonders deutlich fällt der Bericht mit Blick auf Minderjährige aus: 3767 Kinder und Jugendliche waren 2025 von der Suchterkrankung eines Elternteils betroffen, 2333 von ihnen lebten mit dem erkrankten Elternteil in einem gemeinsamen Haushalt. Grämke bezeichnete die Situation dieser Kinder als alarmierend.
Drese verwies darauf, dass Kinder sich ihre familiäre Situation nicht aussuchen könnten. Sie erlebten häufig Ängste und Unsicherheit, über die sie aus Scham oder Loyalität kaum sprächen. Diese Kinder dürften nicht übersehen werden, so die Ministerin.
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