Suchtproblem

Alkohol bleibt Suchtproblem Nummer eins in Mecklenburg-Vorpommern – auch Kinder betroffen

Der Landessuchtbericht für Mecklenburg-Vorpommern wurde heute vorgestellt. Demnach ist Alkohol weiterhin die häufigste Ursache für Suchtberatungen. Eine Gruppe ist besonders auffällig.

2 Min
Alkohol bleibt in Mecklenburg-Vorpommern mit Abstand das größte Suchtproblem.

Alkohol bleibt in Mecklenburg-Vorpommern mit Abstand das größte Suchtproblem.

© Daniel Karmann/dpa

In Mecklenburg-Vorpommern haben im Jahr 2025 insgesamt 9959 Menschen eine Suchtberatungsstelle aufgesucht – entweder wegen eigener Probleme oder als Angehörige von Betroffenen. Das geht aus dem Landessuchtbericht 2025 hervor, der heute vorgestellt wurde. Mit Abstand häufigster Grund war der Konsum von Alkohol: 5287 Klienten wurden deswegen betreut.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) betonte, dass hinter jeder Zahl ein Mensch stehe, der mit seiner Abhängigkeit kämpfe, sowie häufig eine ganze Familie, die mitleide. Sucht sei kein persönliches Versagen. Betroffene müssten ohne Vorurteile unterstützt werden, zugleich gelte es zu verhindern, dass aus riskantem Konsum eine Abhängigkeit werde.

Birgit Grämke, Geschäftsführerin der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen (LAKOST), wies darauf hin, dass die Fallzahlen beim Alkohol erstmals seit 2019 wieder gestiegen seien. Zunahmen verzeichneten die Beratungsstellen auch bei Stimulanzien, Kokain, Mehrfachkonsum, exzessiver Mediennutzung und Glücksspiel. Das Durchschnittsalter von Menschen mit Kokainproblemen sank laut Grämke binnen eines Jahres von 41,9 auf 36,1 Jahre.

Tausende Kinder in suchtbelasteten Familien

Besonders deutlich fällt der Bericht mit Blick auf Minderjährige aus: 3767 Kinder und Jugendliche waren 2025 von der Suchterkrankung eines Elternteils betroffen, 2333 von ihnen lebten mit dem erkrankten Elternteil in einem gemeinsamen Haushalt. Grämke bezeichnete die Situation dieser Kinder als alarmierend.

Drese verwies darauf, dass Kinder sich ihre familiäre Situation nicht aussuchen könnten. Sie erlebten häufig Ängste und Unsicherheit, über die sie aus Scham oder Loyalität kaum sprächen. Diese Kinder dürften nicht übersehen werden, so die Ministerin.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner