Die USA haben am Dienstag ein Einfuhrverbot für kanadische Waren im Wert von knapp einer Milliarde US-Dollar in Kraft gesetzt. Betroffen sind vor allem alkoholische Getränke, bestimmte Milchprodukte wie Molke sowie Motorräder, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete.
Kanadas Handelsminister Dominic LeBlanc wies eine von US-Präsident Donald Trump geforderte Entschuldigung Ottawas zurück. „Ich glaube nicht, dass sich die kanadische Regierung dafür entschuldigen wird, dass sie sich für kanadische Beschäftigte, kanadische Unternehmen und die Verteidigung unserer Wirtschaft einsetzt“, sagte LeBlanc laut dem Sender Global News bei einem Termin in der Provinz New Brunswick.
Die US-Regierung habe eine Reihe von Zöllen verhängt, die ein vor sechs Jahren geschlossenes Freihandelsabkommen verletzten.
Zölle und Gegenzölle
Trump hatte am Montag im Weißen Haus erklärt, die Kanadier würden am Ende einknicken: „Sie werden hereinkommen und sagen: ‚Sir, es tut uns leid.‘“ Nach Darstellung von AP ist das Einfuhrverbot eine Reaktion auf kanadische Vergeltungszölle.
Washington hatte im Sommer unter Berufung auf ein Gesetz aus der Zeit der Weltwirtschaftskrise Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar verhängt. Ottawa antwortete mit Gegenzöllen von 15, 25 oder 50 Prozent.
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Nach Berechnungen des wirtschaftsliberalen US-Instituts American Action Forum, die AP zitiert, umfasst das Einfuhrverbot Waren im Wert von 967 Millionen US-Dollar. 87 Prozent davon entfallen auf alkoholische Getränke.
Betroffen sind unter anderem kanadisches Bier, Wein, Cider, Whisky, Rum, Gin, Wodka, Brandy und Liköre. Hintergrund ist, dass mehrere kanadische Provinzen US-Alkohol aus dem Sortiment der staatlichen Verkaufsstellen genommen hatten.
Ottawa hält Tür für Gespräche offen
Premierminister Mark Carney bekräftigte laut AP die kanadische Verhandlungsbereitschaft. Kanada sei bereit, in gutem Glauben über eine für beide Seiten vorteilhafte Handelsvereinbarung zu sprechen, die die Souveränität beider Länder achte. Weitere Gegenmaßnahmen schloss er nicht aus.
LeBlanc sagte laut Global News, formelle Verhandlungen fänden derzeit nicht statt, es gebe aber weiter Kontakte zur US-Seite. Trumps Handelsberater Peter Navarro forderte kanadische Lobbyisten in Washington bei einem Auftritt auf, das Land zu verlassen.
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