Gesundheit

Als sie in der Klinik anfing, war Breschnew noch Kremlchef: Heike Tischer geht nach 49 Jahren in Rente

Nach fast einem halben Jahrzehnt bei ein und dem selben Arbeitgeber, wurde Heike Tischer von der Altmark Klinik feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

2 Min
Abschied in Gardelegen: Heike Tischer (l.) wird nach 49 Jahren im Krankenhaus von Kollegen verabschiedet.

Abschied in Gardelegen: Heike Tischer (l.) wird nach 49 Jahren im Krankenhaus von Kollegen verabschiedet.

© Altmark-Klinikum gGmbH

Als Heike Tischer 1977 ihre Ausbildung am Krankenhaus Gardelegen begann, sah die Welt anders aus. Erich Honecker war Staats- und Parteichef an der Spitze der DDR, in Bonn regierte Bundeskanzler Helmut Schmidt. In Washington war im Januar jenes Jahres Jimmy Carter als Präsident vereidigt worden, und in Moskau regierte KPdSU-Generalsekretär Leonid Breschnew.

49 Jahre später hat das Krankenhaus Gardelegen seine langjährige Betriebsratsvorsitzende in den Ruhestand verabschiedet, wie das Altmark-Klinikum am Dienstag mitteilte. Die Abschiedsfeier fand am vergangenen Mittwoch im Kreis von Kolleginnen und Kollegen statt.

Tischer fing mit 15 Jahren an. Eigentlich wollte sie Sprechstundenschwester werden, doch im damaligen Kreis Gardelegen gab es dafür nur eine Stelle. Die Personalabteilung bot ihr stattdessen eine Ausbildung zur Krankenschwester an. 1983 begann sie die Weiterbildung zur OP-Schwester an der Bezirksakademie in Magdeburg. Insgesamt 20 Jahre arbeitete sie im Operationssaal, mit Bereitschaftsdiensten von Samstagmorgen bis Montagnachmittag.

Am 1. November 2000 übernahm sie den Vorsitz des Betriebsrats. Später vertrat sie die Beschäftigten als Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzende auch im Aufsichtsrat. Geschäftsführer Jürgen Richter lobte ihre Kreativität in Tarifverhandlungen; die Zusammenarbeit sei trotz unterschiedlicher Interessen von Respekt geprägt gewesen. Tischer selbst sagte offen, dass Arbeitgeber und Betriebsrat nicht immer einer Meinung gewesen seien. Seit 2010 ist sie außerdem ehrenamtliche Richterin, in der Coronapandemie half sie im Impfzentrum aus.

Die Hobbygärtnerin will nun mehr Zeit mit ihrer Familie und ihren vier Enkelkindern verbringen und reisen. „Ruhestand heißt nicht Stillstand, es ist nur ein anderer Takt im Lebensrhythmus“, sagte sie zum Abschied.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner